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Zeitschrift

Post(?)-Corona
Nr. 155 (1/2021)

Radiosendung zur Zeitschrift

Fluchtmutation, Inzidenz oder auch mRNA-Impfstoff – Corona hat nicht nur unseren Alltag grundlegend verändert, sondern auch unsere Sprache. Die Wissenschaft hat Einzug gehalten, und nach einem Jahr hat sich unser Coronavokabular erweitert und gefestigt. Auch die Auswirkungen auf die Gesellschaft und die globalen Machtstrukturen kommen unübersehbar zum Vorschein. 

So hat das Jahr 2021 mit der großen Impffrage und das weltweite Gezerre um das Vakzin begonnen: Wer kann sich wo welchen Impfstoff sichern? Dass ein Großteil der Weltbevölkerung leer ausgehen wird, darüber wurde in den Mainstream-Medien weniger berichtet. Die Pandemie bedeutet sowohl Stillstand als auch Beschleunigung. Während einerseits Geschäfte, Gastronomie und Kulturbetriebe geschlossen sind, schreitet dagegen der Raubbau an Natur und Mensch noch schneller voran. Stereotype von Weiblichkeit verstärken sich, und diese Krise zeigt patriarchale Strukturen wie unter einem Vergrößerungsglas auf. Sanam Amin weist darauf hin, dass das Virus in Asien nur um den Preis zunehmender Ungleichheit unter Kontrolle gebracht wurde, und zwar v. a. durch weibliche Arbeitskraft. Das Virus macht auch vor Konflikt- und Kriegsgebieten nicht Halt. Die Pandemie verändert die Formen von Widerstand und politischer Organisierung. Im Zimbabwe ist zu der Menschenrechtskrise noch eine durch Corona ausgelöste Hunger- und Gesundheitskrise hinzugekommen. Es kursieren viele Informationen, oft ist es schwer, diese zu verstehen und einzuordnen. Verschlimmert sich dadurch die Polarisierung? Trotz der schwierigen Materie haben Menschen sehr diverse Meinungen – wie das an den Anti-Corona-Demos sichtbar wird. Es scheint, dass wir trotz oder gerade wegen der Überfülle an Informationen ein Problem mit der Wissensgenerierung haben und damit, eine solidarische Haltung einzunehmen. Die Frauen*solidarität bietet daher im Folgenden feministische Perspektiven auf globale Machtverhältnisse während der Pandemie.

Inhalt

Weltweit Auswirkungen von der Pandemie. Drei Aktivistinnen aus Afrika, Asien und Lateinamerika berichten. Sanan Amina, Kay Sara, Lidet Tadesse

Der Impfstoff ist ein Weltinteresse. Warum Vakzine und Medikamente gegen Covid-19 nicht für alle gleichermaßen zugänglich sind. Anne Jung 

Stillstand der Welt. Der menschliche Wert von Krankheiten. Jenny Olaya-Peickner

„Unsere Stärke ist Resilienz“ (Jeneda Benally). Indigene Frauen im Kapf gegen Covid-19. Monika Seiller 

Solidarisch durch die Krise. Die Situation von undokumentierten Arbeitenden während der Covid-19-Pandemie. Vina Yun

„You can achieve anything you want in life!“ Interview mit der sibabwischen Dis/ability-Aktivistin Sinikiwe Kademaunga. Claudia Dal-Bianco

Freeing Zimbabwe. Tracking the Origin and Growht of the #FreeZimbabwe Movement. Free Zimbabwe Organization

Karabagh War: The Right to Live. A frozen conflict that blasted thirty years after. Ana Atoyan

Ehrenamt statt Gleichberechtigung. Frauen und Covid-19 in China. Astrid Lipinsky

Und was ist mit dem Klima? Auswirkungen der Pandemie auf den Klimawandel. Redaktion

Zusammentreffen auf eine andere Art.Erfahrungen eines internationalen lesbischen Partnerschaftsprojekt. Cornelia Sperling 

Zeit für Veränderung! Über die Chancen für die Umsetzung von Gender Equality and Empowerment. Judith Neumann

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