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Lebenstanz Schreibwerkstatt
und Lesung mit der Schriftstellerin Lindsey Collen aus Mauritius
Zeit:
8.Oktober 2004 Die Autorin Lindsey Collen ist Aktivistin in der Gewerkschaftsbewegung, in Frauengruppen, Obdachlosen-Initiativen und Alphabetisierungskampagnen auf Mauritius. Zur
Autorin: Drei ihrer fünf Romane sind bereits auf Deutsch erschienen (Die Wellen von Mauritius, Lebenstanz, Sita und die Gewalt). Ihr Roman "Sita und die Gewalt" wurde 1994 mit dem Commonwealth Writers Prize for Africa für den besten Roman Afrikas ausgezeichnet. Auf Mauritius wurde dieser Roman, in dem die Vergewaltigung einer jungen Frau aufgearbeitet wird, jedoch verboten mit der Begründung, dass er "eine Ungeheuerlichkeit gegen die öffentliche und religiöse Moral" darstelle. Die der Blasphemie beschuldigte Lindsey Collen wurde von Hindu-Fundamentalisten physisch und psychisch bedroht: Die Hindu-Göttin Sita, Sinnbild für die unangreifbare Würde der Frau, werde entehrt. Zu Mauritius Die aus zahlreichen Inseln
bestehende Republik Mauritius hat 1,2 Millionen EinwohnerInnen. Die Hauptstadt
Port Lois liegt auf der Hauptinsel Mauritius. Der Grundschulbesuch ist
kostenlos, die Volkschule verpflichtend. Dass allerdings Kreolisch aus
dem Bildungswesen verbannt wurde, stellt bereits in der Volkschule für
viele ein unüberwindbares Hindernis dar. Die AnalphabetInnenrate liegt
daher auch bei 40%. Die vier größten Wirtschaftssektoren des Landes sind
der Zuckerrohr-Anbau, der ständig ansteigende Tourismus (ca. 600.000 Personen/Jahr),
die Freien Produktionszonen (ca. 80.000 Personen, größtenteils Frauen
sind dort beschäftigt) und der stark zunehmende Datenverarbeitungs-, Computer-
und IT-Sektor. Zu den Freihandelszonen auf Mauritius Die Arbeitsbedingungen
in den Freien Produktionszonen von Mauritius sind identisch mit jenen
der anderen weltweiten Freien Produktionszonen: anstrengende, ermüdende
Akkordarbeit, Arbeitsstunden von 7.00 bis 23.00 Uhr für sechs bis sieben
Tage die Woche. Die Arbeitspausen betragen 30 min zweimal am Tag. Aufgrund
der unerträglichen Arbeitsbedingungen kommt es regelmäßig zu Massenhysterien.
Auslöser für den jüngsten Protest von 1.500 ArbeiterInnen war der Tod
von zwei jungen Chinesinnen, die dem übergroßen Leistungsdruck und den
unzumutbaren Überstunden nicht gewachsen waren. Sicher ist aber, dass viele der großen Marken bei verschiedenen kleinen Zulieferbetrieben der Insel billigst einkaufen. So lassen z.B. in Österreich bekannte Marken wie GAP, Tommy Hilfiger oder Woolworth - laut Aussagen von Arbeiterinnen der Freien Produktionszone - bei zwei bis drei Fabriken auf Mauritius produzieren.
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