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© GINSC Gender Information Network of South Caucasus / Sara Khojoyan

Politische Veränderungsprozesse im Südkaukasus
Podiumsdiskussion und Fotoausstellung mit Elene Rusetskaia, Georgien und Daniela Mussnig, Österreich
Moderation: Gundi Dick

Do, 4. Oktober 2018, 18.30 Uhr
C3 - Centrum für Internationale Entwicklung, Alois-Wagner-Saal, Sensengasse 3, 1090 Wien

Die Länder des Südkaukasus - Georgien, Armenien und Aserbaidschan - haben seit dem Zerfall der Sowjetunion und der nachfolgenden Unabhängigkeit Anfang der 1990er Jahre starke Veränderungen erfahren. Ein tiefgreifender Systemumbau von Planwirtschaft und Einparteiensystem hin zu Marktwirtschaft und Mehrparteiensysteme fand statt. Die Bevölkerung wähnte sich im Aufbruch zu freieren, besseren Zeiten. Der Westen, die EU und USA, betrachtet die Region als strategisch wichtig und versucht auf allen Ebenen seinen Einfluss geltend zu machen.

Frauenorganisationen, Aktivistinnen und Feministinnen begannen sich - als Teil der Zivilgesellschaft - nach der Unabhängigkeit zu formieren. Sie kämpfen gegen tiefverwurzelte patriarchale Vorstellungen und bemühen sich, die Gesellschaft in Richtung Durchsetzung von Frauenrechten und Geschlechtergleichheit voranzutreiben. Gewalt gegen Frauen ist in allen Ländern ein gravierendes Problem und zentrales Thema der Frauenbewegungen. Das frauenpolitische Engagement bekommt Rückenwind durch die Vorgaben der EU. Gegenwind kommt als Bestandteil der hochgehaltenen ‚Tradition und Kultur’, die facettenreich frauenfeindlich ist, über die orthodoxen Kirchen.

Die aktuellen Ereignisse in Armenien, die Entstehung der sozialen Bewegung “Mein Schritt“, die gewaltfrei den Rücktritt des langjährigen korrupten Präsidenten durchsetzte, lassen aufhorchen. „Ohne Frauen wäre diese samtene Revolution nicht möglich gewesen“, anerkannte der neugewählte Premierminister Nikol Pashinyan fürs Erste.

Die Podiumsdiskussion befasst sich mit Fragen zur politischen Beteiligung von Frauen: Wie gestaltet sich politisches Engagement von Frauenorganisationen und Aktivistinnen in postsowjetischen Gesellschaften? Was bedeutet ein radikaler Systemwechsel für politische Partizipation? Welchen Anteil haben Frauenbewegungen an der angestrebten Demokratisierung? Wie bringen sich Frauen in den staatlichen Institutionen wie Regierung, Parlament und Parteien ein, wie in Nichtregierungsorganisationen und sozialen Bewegungen? Welche Themen sind vorrangig, welche Methoden und Aktionsformen wählen sie, was haben sie bereits erreicht, welche Forderungen und Ziele liegen vor ihnen? Von welchen Erfahrungen können westliche Frauenbewegungen lernen?

Zu den Diskutantinnen:
Elene Rusetskaia, langjährige Aktivistin und Expertin für Frauenrechte und Genderfragen. Sie ist Gründerin und Leiterin des Women's Information Center in Tbilisi/Georgien, arbeitet für die Verankerung von Geschlechtergleichheit auf staatlicher und nichtstaatlicher Ebene und ist in Policy Prozessen national und international involviert.
Daniela Mussnig hat Politikwissenschaft, Russisch und Internationale Beziehungen in Wien, Moskau und Bologna studiert. Sie leitet seit mehreren Jahren Zivilgesellschafts- und Bildungsprojekte mit Schwerpunkt Ost-, Südosteuropa und dem Kaukasus im Interkulturellen Zentrum.
Moderation: Gundi Dick, Politikwissenschafterin. Sie hat zwei Jahre in Georgien gelebt und dort mit Frauenorganisationen gearbeitet und ist seit vielen Jahren feministisch und entwicklungspolitisch tätig.

Im Anschluss laden wir zu Erfrischungen und zur Besichtigung einer Fotoausstellung des Projekts Women of Georgia.

Um Anmeldung wird gebeten

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Die Veranstaltung wird von Frauen*solidarität im Rahmen von Our Game – Initiative für globales Fair Play durchgeführt.


Der Veranstaltungsort ist über Rampe und Lift erreichbar.

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