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Sexuelle Gewalt in Guatemala
Vortrag und Diskussion mit Sonja Perkič


Mo, 1. Juni 2015, 19:00 Uhr
Afro-Asiatisches Institut Wien, Türkenstraße 3, 1090 Wien

Guatemala beendete 1996 einen blutigen bewaffneten Konflikt. Die UN-Wahrheitskommission bestätigte, dass staatliche Sicherheitskräfte Völ­kermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit gegenüber der Zivilbe­völkerung begangen hatten.
Die massive sexuelle Gewalt, insbesondere die Femizide gegen hauptsächlich indigene Frauen waren in der Zeit der Militärdiktatur ein Teil der Strategie zur gänzlichen oder teilweisen Auslöschung indigener Be­völkerungsgruppen. Dies konnte im Gerichtsprozess gegen den Ex-Präsi­denten Ríos Montt 2013 nachgewiesen werden. Die Aussagen von Zeugin­nen, die sexuelle Gewalt überlebt hatten, bildeten ein ausschlaggeben­des Element beim Urteilsspruch: Ríos Montt wurde wegen Genozid und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 80 Jahren Haft verurteilt.
Beim Vortrag berichtet Sonja Perkič über die Völkermordstrategie der Militärdiktatursowie über den anhaltenden Femizid – Gewalt gegen Mädchen und Frauen mit Todesfolge. Guatemala und Mexiko sind in dieser Hinsicht weltweit die gefährlichsten Länder. 2013 wurden in dem mittelamerikani­schen Land 759 Frauen auf teilweise bestialische Art ermordet. Meistens wurden sie vorher sexuell missbraucht, vergewaltigt, gequält. Die Aufklä­rungsquote bei diesen Verbrechen ist minimal.

Sonja Perkič wurde in der südlichen Steiermark geboren, arbeitete von 1999 bis 2004 als Koordinatorin des Zeugenbegleitprojekts in Guatemala und verfasste 2011 eine Studie über Frauenmorde und organisiertes Ver­brechen für die UN-Kommission gegen Straffreiheit in Guatemala.

Eine Veranstaltung der Informationsgruppe Lateinamerika (IGLA) in Kooperation mit Frauen*solidaritätGuatemala Solidarität Österreich, Forschungszentrum Menschenrechte, Katholische Frauenbewegung Österreichs, Zeitschrift Juridikum