Organización Femenina Popular – OFP

Eine der aktivsten und durch den bewaffneten internen Konflikt auch gefährdetsten Frauenorganisationen Kolumbiens sucht weltweit FreundInnen und UnterstützerInnen.

Zur Unterstützungserklärung


Die Organisation

Die OFP, die international wohl bekannteste Frauenorganisation Kolumbiens, entstand 1972 in der Blütezeit der Befreiungstheologie in Lateinamerika, im Rahmen der Diözese Barrancabermeja, und hat sich 1988 als Organisation verselbständigt.
In dem südamerikanischen Staat herrscht seit Jahrzehnten ein bewaffneter Konflikt mit verschiedenen Akteuren: Auf der einen Seite Polizei und Militär und die von diesen aufgebauten paramilitärischen Gruppen, auf der anderen Seite die Guerilla - und dazwischen steht im Kreuzfeuer die Zivilbevölkerung und ihre Organisationen: Gewerkschaften, MenschenrechtsaktivistInnen, Vertretungen indigener Völker, Frauenorganisationen, soziale Bewegungen.

In Barrancabermeja, dem Zentrum der kolumbianischen Erdölindustrie, haben seit einigen Jahren die rechtsextremen paramilitärischen Gruppen die Kontrolle über die Stadt errungen. Drei Mitarbeiterinnen der OFP wurden in dieser Zeit von den Paramilitärs ermordet, über 140 mit dem Tod bedroht. Sie mussten das Land verlassen oder in anderen Landesteilen untertauchen. Doch die Frauen der OFP gaben sich nicht geschlagen; sie haben ihre Präsenz sogar noch auf andere Regionen Kolumbiens ausgedehnt.
"Die Paramilitärs haben unsere Mitarbeiterinnen umgebracht, bedroht, vertrieben", erzählt die Soziologin Yolanda Becerra, seit knapp zwei Jahrzehnten die Leiterin der Organisation, "aber eines haben sie nicht geschafft: die Hoffnung zu töten."

Die Frauenbewegung ist in Kolumbien zugleich eine Friedensbewegung. Seit einigen Jahren baut die OFP zusammen mit dem Frauennetzwerk "Ruta Pacífica" (Friedlicher Weg) eine landesweite "Soziale Bewegung von Frauen gegen den Krieg auf".


Die Kampagne

Die OFP startete kürzlich eine nationale und internationale Solidaritätskampagne unter dem Namen "Eine Million Freundinnen und Freunde" - eine Bezeichnung, die zugleich Ziel und Programm ist. Weltweit werden FreundInnen und UnterstützerInnen gesucht, die mit dem Unterzeichnen einer Unterstützungserklärung ihre Solidarität und ihre Wertschätzung für die Arbeit dieser kolumbianischen Frauenorganisation ausdrücken. Eine massive internationale Solidarität bedeutet für die OFP nicht nur eine wichtige moralische Unterstützung, sondern sie verstärkt auch ihre Position gegenüber der rechtsautoritären Regierung von Präsident Uribe Vélez, für die die systemkritische Haltung der OFP ein rotes Tuch ist. "Wir sind eine Bürgerbewegung von Frauen der Basis, die für eine Veränderung der Strukturen dieser Gesellschaft eintreten", umreißt Yolanda Becerra das Ziel der Organisation. Je mehr internationale Unterstützung und Aufmerksamkeit diese Frauenorganisation genießt, umso geschützter ist sie gegen Repressalien seitens der Regierung und der Paramilitärs.
Ein zweiter Aspekt dieser Kampagne ist es, durch einen geringen und freiwilligen Unterstützungsbetrag - ab fünf Euro jährlich - auch die finanzielle Autonomie der OFP zu stärken.

Die Kampagne "Eine Million Freundinnen und Freunde" ist auf drei Jahre angelegt. In Österreich wird sie von der Katholischen Frauenbewegung und dem Verein Frauensolidarität - die beide die OFP schon lange unterstützen - sowie der Informationsgruppe Lateinamerika (IGLA) getragen.

Homepage der OFP: www.ofp.org.co
Weitere Informationen zur OFP:
http://www.suedwind-magazin.at/start.asp?artid=4408&ausg=200702&b=0&artart=
http://www.dcaf.ch/wdp/press/ev_geneva_041122_WDP-Media-G.pdf
http://www.amnesty.at/gewerkschafterInnen/kolumbien/ofp.htm
http://www.chilli.cc/


Der Aufruf

OFP - Organización Femenina Popular:
Kampagne „Eine Million Freundinnen und Freunde“


Wir von der kolumbianischen Frauenorganisation "Organización Femenina Popular" glauben, dass ein würdiges Leben möglich ist, auch wenn wir im Elend leben.
Wir glauben an den Frieden, auch wenn wir seit mehr als 50 Jahren inmitten eines bewaffneten Konflikts leben.
Wir glauben an die Gleichheit und das Glück unter Frauen, auch wenn der Machismo immer noch die herrschende Kultur ist.

Die solidarische Umarmung, die uns Tausende von Frauen und Männern selbstlos darbringen, ist für uns die Nahrung, um in unserem Kampf für ein würdiges Leben fortzufahren, um das von Krieg und Korruption zerrissene soziale Netz neu zu knüpfen, um Widerstand zu leisten zugunsten des Lebens, um die völlige Respektierung der Menschenrechte und einen dauerhaften Frieden zu erreichen.

Unsere Kampagne "Eine Million Freundinnen und Freunde" ist eine der zahlreichen Strategien, die wir entworfen haben, um Freiheiten wie die soziale Organisierung, die Anprangerung von Unrecht, die Verteidigung der integralen Menschenrechte der Frauen möglich zu machen.

Ohne unsere Autonomie aufzugeben, rufen wir Frauen und Männer in der ganzen Welt auf, einen symbolischen und einen materiellen Beitrag zu leisten zur Umsetzung der politischen Aktionen der Frauen für das Leben, gegen den Krieg und die Militarisierung des zivilen Lebens, für eine politische Lösung des bewaffneten Konflikts, für den Aufbau des Friedens und die Stärkung unseres sozialen Rechtsstaates.

Unter vielen Menschen auf der ganzen Welt haben uns auch die österreichischen Frauen viele Jahre hindurch auf unserem Weg begleitet und unterstützt. Mit ihrer Hilfe haben wir kräftige Grundpfeiler aufbauen können, die es uns heute, 35 Jahre später, erlauben, trotz des Autoritarismus, der sich im institutionellen Gefüge unseres Landes eingenistet hat, erhobenen Kopfes unseren Weg weiterzugehen.

Wir Frauen in der Stadt Barrancabermeja, im Magdalena Medio, in Kolumbien wollen unseren organisatorischen und politischen Prozess für die Verteidigung des Lebens, der Würde und die volle Respektierung der Menschenrechte der Frauen fortsetzen.

Wir danken für Ihren / Euren Beitrag - er ist für unsere Arbeit von grundlegender Bedeutung.


Die Unterstützungserklärung

Ich, die Unterzeichnerin, der Unterzeichner dieses Aufrufes, erkläre, die Arbeit der OFP für ein menschenwürdiges Leben der Frauen in Kolumbien, gegen den Krieg und die Militarisierung des zivilen Lebens, für eine politische Lösung des bewaffneten Konflikts, für den Aufbau des Friedens und die Stärkung des sozialen Rechtsstaates voll zu unterstützen.

Name:
Adresse:
E-Mail:


UnterzeichnerInnen der Kampagne sind u.a.:
Ulrike Lunacek, NRAbg. und entwicklungspolitische Sprecherin der Grünen
Petra Bayr, NRAbg. und Vorsitzende des entwicklungspol. Unterausschusses
Eva Glawischnig, 3. Nationalratspräsidentin
Birgit Schatz, Nationalratsabgeordnete
Barbara Zwerschitz, Nationalratsabgeordnete
Alexander van der Bellen, Klubobmann der Grünen
Bruno Rossmann, Nationalratsabgeordneter
Werner Kogler, Nationalratsabgeordneter
Univ.-Prof. Dr. Erna Pfeiffer

Schriftliche Unterstützungserklärungen bitte senden an:
Frauensolidarität
Berggasse 7
A-1090 Wien.

Unabhängig davon ersuchen wir, für die soziale und politische Arbeit der OFP einen Unterstützungsbeitrag in der Höhe von 5 Euro (oder auch mehr)
Unter dem Kennwort: OFP-Kampagne
auf das Konto Nr. 93009458 bei der PSK, BLZ 60 000
(lautend auf Frauensolidarität) einzuzahlen.

Wir danken herzlich für Ihre Unterstützung!

Für das österreichische ProponentInnenkomitee:
Beate Gratzer, Katholische Frauenbewegung Österreichs (KFBÖ)
Helga Neumayer, Frauensolidarität
Werner Hörtner, Informationsgruppe Lateinamerika (IGLA)
Wien, 1. Juli 2007

 

 

 

 

 

 

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