Frauennachrichten aus aller Welt
Goals for one world
Die Frauensolidarität kickte beim "Goals for one world",
der Eröffnungsveranstaltung der FARE Euro-Streetkicks des europäischen
Netzwerkes "Football Against Racism", am Samstag den 20. Juni
mit. Mit- bzw. gegeneinander spielten die Organisationen Clean Clothes,
Frauensolidarität, Jugend eine Welt, Wiener Institut
für Internationalen Dialog und Zusammenarbeit (vidc) sowie die
Austrian Development Agency (ADA) - mit dem Ziel, eine breite Öffentlichkeit
an entwicklungspolitischen und interkulturellen Fragen interessiert zu
machen. Als Verliererinnen des Streetkick-Turniers konnte die Frauensolidarität
zwar keinen Pokal nach Hause tragen, aber wieder einmal darauf aufmerksam
machen, wer die Verliererinnen in der Sportartikel- und Sportbekleidungsindustrie
sind: die Frauen. Der Profit der multinationalen Konzerne der Sportartikel-
und Sportbekleidungsindustrie geht auf Kosten der Arbeiterinnen in den
so genannten Ländern des Südens und Ostens. Arbeitsrechte, menschenwürdige
Bezahlung und faire Arbeitsbedingungen müssen laut Frauensolidarität
jedoch für alle gelten - auch für Frauen in der informellen
Wirtschaft.
"Rote Karte für
die Sportbekleidungsindustrie"
5. Mai 2008
Bei der Pressekonferenz "Rote Karte für die Sportbekleidungsindustrie"
der Frauensolidarität und der Clean Clothes Kampagne
berichtete die Textilarbeiterin und Gewerkschafterin Pui-Lin Sham aus
Hongkong von ihren eigenen Erfahrungen in der Sportbekleidungsindustrie
in China. Katastrophale Arbeitsbedingungen sind hier alltäglich -
lange Arbeitstage, unbezahlte Überstunden oder Kontrolle über
die Anzahl der Toilettenbesuche. Kathrin Pelzer, Kampagnenleiterin des
Projekts "Arbeitsrechte für Frauen weltweit!" der Frauensolidarität,
machte deutlich, wer die Verliererinnen in der Sportbekleidungsindustrie
sind: die Frauen. Der Profit der multinationalen Konzerne der Sportartikel-
und Sportbekleidungsindustrie geht auf Kosten der Frauen. In der Textilindustrie
sind rund 80% der Beschäftigten Frauen. Sie sind es, die zunehmend
prekären und informellen Arbeitsbedingungen ausgesetzt sind. Die
geringe Entlohnung der Frauen und ihre prekäre Arbeitssituation führen
in der Folge zu einer neuen Klasse - Working Poor. Sie leben in der Armut
trotz Erwerbstätigkeit. Ein Grund dafür ist laut Kathrin Pelzer
in der Auslagerung von Arbeit zu finden - dies kann so weit gehen, dass
die Arbeit in den eigenen vier Wänden der Frauen landet. Dort gelten
dann überhaupt keine Arbeitsverträge oder Schutzbestimmungen
mehr. Die Play Fair Kampagne 2008, die faire Arbeitsbedingungen
fordert, stellte Michaela Königshofer für Österreich und
Staphany Wong für China und Hongkong vor. Play Fair 2008 verlangt
u.a. transparente und nachvollziehbare Lieferketten sowie fordert von
Organisationen wie dem Internationalen Olympischen Komitee, dass es nur
Lizenzen an jene Firmen vergeben sollte, die ihre ArbeiterInnen fair behandeln
und bezahlen. Eine Petition mit den Play-Fair-Forderungen wurde heute
an Bundeskanzler und Sportminister Alfred Gusenbauer übergeben, und
bis August läuft noch eine Unterschriften-Aktion (http://www.playfair2008.org).
Michaela
Königshofer, Kathrin Pelzer, Staphanie Wong, Kim Kwok, Pui-Lin Sham
(v.li)
Aufruf bei der Aktion "Catch
the Flame - Fang das olympische Feuer!" mitzumachen
Weltweite SMS- und E-Mail-Aktion für faire Arbeitsbedingungen vom
1. bis 6. April
Die Aktion "Catch the Flame" ist eine Initiative der
internationalen Kampagne Play Fair 2008, die sich für faire Arbeitsbedingungen
in der Sportbekleidungsindustrie einsetzt. Vom 1. bis 6. April gibt es
eine weltweite SMS- und E-Mail-Aktion für faire Arbeitsbedingungen
bei der Produktion von Sportbekleidung und Merchandising-Artikel in Österreich
Werden Sie zu österreichischen FackelträgerInnen für faire
Arbeitsbedingungen:
* Senden Sie ein SMS mit dem Text "Play Fair" und Ihrem Namen
an 0699 115 33 137
* Oder schicken Sie ein E-Mail von www.cleanclothes.at/playfair
* Motivieren Sie auch KollegInnen, FreundInnen und Bekannte zum mitmachen!
Die elektronische Flamme durchquert Österreich mit Ihrer Hilfe vom
1. bis 6. April. Am 1. Mai hat die Flamme ihr Ziel Peking erreicht, den
Austragungsort der Olympischen Spiele. Die Liste der elektronischen FackelträgerInnen
wird dem Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees, Jacques
Rogge, gemeinsam mit den Forderungen für faire Arbeitsbedingungen
in den Zulieferbetrieben der Sportbekleidungsindustrie übergeben.
Play Fair 2008 wird in Österreich von Clean Clothes Kampagne, ÖGB
und Volkshilfe gemeinsam getragen.
Nähere Infos:
www.cleanclothes.at/playfair
Clean-Clothes-Petition erfolgreich: Vereinbarung
zwischen dem indischen Jeanshersteller FFI und der Clean-Clothes-Kampagne
wurde getroffen
1.673 ÖsterreicherInnen unterstützten
mittels Protestbrief die Forderungen der Clean Clothes Kampagne und ermöglichten
dadurch die Einigung zwischen dem indischen Jeanshersteller FFI und der
Clean Clothes Kampagne. Die Clean Clothes Kampagne führte seit 2005
eine Aufklärungskampagne über die Arbeitsrechtsverletzungen
in den FFI-Produktionsstätten wie erzwungene und nicht bezahlte Überstunden
und körperliche Übergriffe. Am 1. Dezember 2007 ordnete ein
Gericht in Bangalore die Festnahme von vier niederländischen Arbeitsrechtsaktivistinnen
der Clean Clothes Kampagne an und beantragte beim zuständigen indischen
Ministerium die Auslieferung der niederländischen Staatsbürgerinnen.
Indische Gewerkschaften und zivilgesellschaftliche Gruppen waren durch
ein Gerichtsurteil bereits mundtot gemacht worden. Die erreichte Vereinbarung
sieht ein vertrauliches Beschwerdesystem vor, durch das die ArbeiterInnen
des Jeansproduzenten FFI in Zukunft die Möglichkeit haben, Arbeitsrechtsverletzungen
zu berichten. Ein Ombudsmann wird dafür sorgen, dass diese für
alle Parteien zufrieden stellend behoben werden. Indische Gewerkschaften
und zivilgesellschaftliche Gruppen können wieder öffentlich
über die Situation in der Fabrik FFI berichten.
Homepage der Clean Clothes Kampagne: http://www.cleanclothes.at
Internationaler Gewerkschaftsverband
ITUC (International Trade Union Confederation) fordert, "decent work"
verstärkt zum Thema in der Migrationspolitik zu machen
MigrantInnen sind vor allem in unsicheren, beschwerlichen und herabwürdigenden
Arbeitsbereichen tätig - Arbeiten, die nicht "decent" sind.
Daher muss "decent work" verstärkt zum Thema in der Migrationspolitik
werden, forderte ITUC Generalsekretär Guy Ryder anlässlich des
Internationalen MigrantInnen Tages am 18. Dezember. ITUC setzt sich vor
allem für die Arbeitsrechte von MigrantInnen sowie deren Organisierung
in Gewerkschaften ein. ITUC berücksichtigt in seinen Maßnahmen
insbesondere den Aspekt von "gender", da zunehmend Frauen migrieren
und Migrantinnen besonders von Diskriminierungen im Arbeitsbereich betroffen
sind.
Homepage von ITUC: http://www.ituccsi.org/spip.php?rubrique1
Lobbying: fehlende Rechte von "domestic workers" sollen auf
die Agenda der Internationalen Arbeitskonferenz 2010 gesetzt werden
Die "worker's group" der ILO (International Labour Organisation)
hat einen Antrag formuliert, in dem gefordert wird, das Thema "domestic
workers" auf die Agenda der Internationalen Arbeitskonferenz 2010
zu setzen. Die Auswahl der zu besprechenden Themen für diese Konferenz
erfolgt bei der 301. Sitzung des Verwaltungsrates der ILO im März
2008. ITUC und die "worker's group" fordern die Gewerkschaften
auf, bei den jeweiligen nationalen Regierungen um Unterstützung für
diesen Antrag anzusuchen.
Start der OFP-Solidaritätskampagne 1
Million Freundinnen und Freunde
Mit der Veranstaltung "Frieden schaffen
inmitten von Gewalt" am 19.11.2007 im ega wurde die internationale
Solidaritätskampagne "1 Million Freundinnen und Freunde"
für die kolumbianische Frauenbasisorganisation OFP (Organización
Femenina Popular) offiziell in Österreich eröffnet. Maria Jackeline
Rojas Castañeda vom Führungsgremium der OFP, die von der Frauensolidarität,
amnesty international, Informationsgruppe Lateinamerika und der Katholischen
Frauenbewegung nach Österreich eingeladen wurde, berichtete in ihrem
Vortrag über die politische, soziale und kulturelle Arbeit der Organisation
und die aktuelle politische Situation im Land. Die OFP hat ihren Hauptsitz
in Barrancabermeja, dem Zentrum der kolumbianischen Erdölindustrie,
wo seit einigen Jahren die rechtsextremen paramilitärischen Gruppen
die Kontrolle über die Stadt errungen haben.
Um ihre Präsenz und Sichtbarkeit zu festigen, sammelt die OFP im
Rahmen der Kampagne national und international Unterstützungserklärungen,
die auch einen symbolischen Schutz gegenüber der kolumbianischen
Regierung, die bekanntermaßen mit den Paramilitärs kooperiert,
darstellen. Neben einer Unterschrift gewährleistet eine zusätzliche
Spende die finanzielle Autonomie der OFP. Unterstützungsformular
und Spendenmöglichkeit unter: http://www.frauensolidaritaet.org
Kolumbien: Frauen im Visier der Paramilitärs
Am 4. November 2007 wurde Yolanda Becerra, Direktorin
der OFP (Organización Femenina Popular), in ihrer Wohnung in Barrancabermeja
von zwei bewaffneten und maskierten Männern überfallen, verprügelt
und mit dem Tod bedroht, wenn sie nicht binnen 48 Stunden verschwinde.
Am selben Tag sollte auch ihre Kollegin Jackelina Rojas Castañeda
- kurz vor ihrem Abflug nach Wien - überfallen werden, die Wohnung
wurde aufgebrochen, doch war Frau Rojas nicht anwesend.
Die OFP (Organización Femenina Popular)
aus Kolumbien ist die wohl aktivste und international bekannteste Frauenorganisation
ihres Landes. Sie ist immer wieder Angriffen seitens der rechtsextremen
Paramilitärs ausgesetzt. Sie arbeiten dort wo den Menschen wirtschaftliche,
kulturelle und soziale Rechte vorenthalten werden und stehen seit langem
in engen Kontakt zur Frauensolidarität.
Homepage der OFP: www.ofp.org.co.
Arbeitsrechte für Frauen in
der informellen Wirtschaft!
"Die internationale Vernetzung über Gewerkschaften ist gerade für Frauen
im informellen Sektor überlebensnotwendig," begründet die Inderin Namrata
Bali ihre Teilnahme am Gründungskongress des internationalen Gewerkschaftsverbandes
ITUC in Wien (siehe Interview). Namrata
Bali ist Vorstandsmitglied von SEWA, der indischen Self Employed Women's
Association. Diese ist eine der größten Gewerkschaften Indiens mit
über 700.000 weiblichen Mitgliedern. Auf Einladung der Frauensolidarität
berichtete Bali in einem Workshop über die Arbeit von SEWA bei der Organisierung
von Frauen in der so genannten Informellen Wirtschaft in Indien.
weiter
s.a. den Beitrag von Katja Schröckenstein
in Frauensolidarität 98 (4/200)
CD-Edition "Frauen leben Veränderung. Lateinamerika
- Karibik - Europa"
Im Jahr 2006 konzentrierten die Women on Air ihre Radioarbeit auf
den Schwerpunkt "EU - Lateinamerika - Karibik". Der Gipfel aller Staatschefs
und einer Staatschefin dieser Weltregionen und das alternative Gipfelgeschehen
"Enlazando Alternativas 2" im Mai 2006 in Österreich boten nicht nur Stoff
und InterviewpartnerInnen, sondern auch die geeignete "Movida" für den
Schwerpunkt der neuen CD-Edition.
In dieser Edition spiegelt sich die langfristige gegenseitige Beziehung
zwischen den Kontinenten:
Europa verdankt Lateinamerika neben den Erdäpfeln und Paradeisern auch
den Internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen, der auf den Todestag
der der drei ermordeten dominikanischen oppositionellen Schwestern Mirabal
zurückgeht (Titel 4: Symbol für den Widerstand). Die Solidarökonomie ist
in Lateinamerika nicht nur vielfach angewandte Praxis und kreativer Ausweg
aus einem menschenverachtenden, neoliberalen Wirtschaftssystem, sondern
auch wissenschaftliche Disziplin und in Brasilien mit einem Staatssekretariat
sogar Staatssache (Titel 6: Solidarische Inseln im Meer des Kapitalismus).
Europa verdankt Lateinamerika auch begehrte Rohstoffe wie Erdöl, unter
dessen Gewinnung indigene Frauen in Ecuador stöhnen (Titel 5: Schwarzes
Gold aus grünen Wäldern). In Mexiko - und im Besonderen in Juchitán -
existiert ein interessantes Konzept von Theorie und Praxis für das Zusammenleben
der Geschlechter (Titel 3: Muxes - Das "dritte Geschlecht" in Mexiko).
In Zentralamerika und in Kolumbien arbeiten Menschenrechtsaktivistinnen
unter lebensbedrohlichen Umständen für die Würde der Frauen in militarisierten
Gesellschaften und verteidigen damit die Würde aller Frauen (Titel 1:
Frauen gegen Gewalt). Und schließlich ist Lateinamerika mit der Karibik
der Kontinent der Rhythmen, auch jener der Emanzipation (Titel 2: Frauen-Samba
aus Bahia).
Die CD kostet € 15,-
Bestellformular
Made in China
Wien, 15.09.06: Zwei Mitarbeiterinnen von Arbeitsrechtsorganisationen
aus Hong Kong berichteten anlässlich des Filmstarts von China Blue
über ihre Erfahrungen in der chinesischen Bekleidungsindustrie: 17
Stunden am Tag, sieben Tage die Woche für 60 Euro im Monat. Für
die 20-jährige Jasmin, die in der südchinesischen Stadt Shax
Jeans für den Export nach Europa und in die USA zuschneidet, ist
es Alltag. Der Film China Blue von Micha X. Peled zeigt Einblicke hinter
die Fabrikstore und gibt den anonymen ArbeiterInnen ein Gesicht. Yuk Yuk
Choi von Worker Empowerment und Jenny Chan von Students and Scholars against
Corporate Misbehaviour kennen die Probleme und Ängste der chinesischen
ArbeiterInnen und setzen sich für ihre Rechte ein.
Pressegespräch mit
Jenny Chan (Students and Scholars against Corporate Misbehaviour), Yuk
Yuk Choi (Worker Empowerment), Michaela Königshofer (Clean Clothes
Kampagne Österreich), Monika Kemperle (Gewerkschaft Metall, Textil,
Nahrung) und Helga Neumayer von der Frauensolidarität.
Arbeitsrechte für Frauen
weltweit! Ein Informations- und Lobbying-Projekt zur Informalisierung
der Arbeit
Die Frauensolidarität, die seit 1982 zum Thema Arbeitsrechte von Frauen
arbeitet, hat im Lauf der letzten Jahre beobachtet, dass ein immer größerer
Anteil der arbeitenden Bevölkerung weltweit in der informellen Wirtschaft
tätig ist, wo jeglicher arbeitsrechtlicher Schutz fehlt. Besonders Frauen
sind überproportional und immer stärker von dem Phänomen der Informalisierung
betroffen. In einem zweijährigen Projekt will sich die Frauensolidarität
deshalb für die Rechte und Sichtbarmachung dieser höchst verwundbaren
und unsichtbaren Gruppe der "working poor" einsetzen und deren Selbstorganisation
z.B. in Gewerkschaften unterstützen.
Zum Bestellen:
Schwerpunktheft "Informelle Wirtschaft" (Frauensolidarität Nr. 97, Heft
3/06) mit Beiträgen zu Hausarbeit, Heimarbeit und Gewerkschaftsinitiativen
in Europa und Asien, zu chinesischen Arbeitsmigrantinnen und zu Solidarökonomie
in aller Welt aus feministischer Sicht.
Vierteljährlicher Email-Newsletter im Rahmen des Projekts "Arbeitsrechte
für Frauen in der informellen Wirtschaft!". (Bestellung: iwprojekt@frauensolidaritaet.org,
01/317 40 20-0)
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In Hochform für die WM
Zum Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft am 9. Juni 2006 ziehen die Initiatorinnen
der Kampagne "Abpfiff - Schluss mit Zwangsprostitution" eine positive
Zwischenbilanz.
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WIDE Jahreskonferenz 2006
What 'state' are we in: Women's lives, changing
states, expanding markets
Die Jahrestagung der feministischen Entwicklungsexpertinnen und Praktikerinnen
von Women in Development Europe fand vom 1-3 Juni 2006 in Warschau statt
- zum ersten Mal in einem osteuropäischen Land. Gastgeberin war KARAT
Coalition. Im Zentrum der Tagung stand die notwendige Neupositionierung
der Frauenbewegungen in einer Welt der sich wandelnden Staaten und einer
sich neoliberal umstrukturierenden Weltwirtschaft .
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Feministische Interventionen
am EA2 (10.-13. Mai 2006)
Die feministischen Frauen, insbesondere jene,
die den Workshop "Feministische Interventionen" mitgemacht haben,
zeigten sich sehr unzufrieden mit der mangelnden Sichtbarkeit von Aktivistinnen
und feministischen Positionen auf dem Alternativengipfel Enlazando Alternativas
2.
Sie verfassten eine feministische Deklaration, die anschließend
an die offizielle Schlusserklärung des EA2 den TeilnehmerInnen des
Gipfels präsentiert wurde. Dafür musste eine Aktivistin mit
Unterstützung weiterer feministischer Frauen das Podium stürmen
und sich das Mikrofon erkämpfen.
weiter
Wir dokumentieren hier die Feministische Deklaration
zum EA2 in Deutsch
und Spanisch. Die
offizielle Schlusserklärung finder sich unter
www.alternativas.at
Treffen kolumbianischer Menschenrechtsaktivistinnen
mit Außenministerin und EU-Ratsvorsitzender Ursula Plassnik Die
kolumbianische Frauenrechtsaktivistin Betty Puerto Barrera von der Frauenbasisorganisation
OFP (Organización Femenina Popular = OFP) kam im Vorfeld des EU-Lateinamerikagipfels
am 10. Mai 2005 einer Einladung zu einem Gespräch mit BM Ursula Plassnik
nach, zu dem die Ministerin und EU-Ratsvorsitzende auch Menschenrechtsvertreidigerinnen
aus Mexiko und Guatemala zur Anhörung und ihrer Einschätzung der Situation
der Menschenrechte in den jeweiligen lateinamerikanischen Regionen lud.
(weiter)
Plassnik: "Menschenrechtsaktivistinnen brauchen
unseren besonderen Schutz" Außenministerin Plassnik traf mit Menschenrechtsverteidigerinnen
aus Mexiko, Guatemala und Kolumbien zusammen Wien (OTS)
Außenministerin Plassnik ist gestern mit Menschenrechtsverteidigerinnen
aus Mexiko, Guatemala und Kolumbien zusammengetroffen, um noch vor dem
Beginn des Gipfels mit Frauen aus Lateinamerika das direkte Gespräch zu
suchen. "Es war mir wichtig, von diesen engagierten Frauen eine persönliche
und authentische Einschätzung zu bekommen", so Plassnik. (weiter)
Lunacek stellt Kandidatur Mexikos für Menschenrechtsrat
in Frage
Frauenmorde Thema des Lateinamerika-Gipfels der EU - Zahlreiche Frauenmorde
in Mexiko und Guatemala = Wien (APA)
Die Kandidatur Mexikos für den neuen Menschenrechtsrat,
der am Dienstag (15. Mai 2006) in New York gewählt wird, sollte vielleicht
zurückgestellt werden, bis in Mexiko die Menschenrechte vor allem im Bezug
auf Frauenmorde umgesetzt würden. Dies hat die Nationalratsabgeordnete
und außenpolitische Sprecherin der Grünen, Ulrike Lunacek, auf einer Pressekonferenz
über Frauenmorde in Lateinamerika am Dienstag in Wien erklärt. In Mexiko
und Guatemala würden zahlreiche Frauenmorde begangen, ohne je aufgeklärt
zu werden. Das Problem der Frauenmorde soll auch bei dem am Donnerstag
(10. Mai 2006) beginnenden Lateinamerika-Gipfel angesprochen werden. weiter
Positionspapier
von AGEZ und EU-Plattform
„Die österreichischen NGOs der Entwicklungspolitik
und Entwicklungszusammenarbeit: ihrer Rolle jetzt und in der Zukunft:
ein unverzichtbarer Partner für die OEZA und die Länder des Südens“
Fußball-Weltmeisterschaften
in Deutschland 2006
Abpfiff - Schluss mit der Zwangsprostitution
Eine Kampagne des Deutschen Frauenrates
Verschiedene Frauenorganisationen nehmen die Fußball-WM
(Juni 2006) in Deutschland zum Anlass, um auf Zwangsprostitution und Frauenhandel
aufmerksam zu machen. Weltweit sind ca. 800.000 Personen Opfer des grenzüberschreitenden
Menschenhandels, 90% sind Frauen, die meisten werden in die illegale Sexarbeit
gezwungen.
Der DEUTSCHE
FRAUENRAT pfiff am 7. März die Kampagne Abpfiff an. Der Dachvernad
nit 55 Mitgliedsverbänden ruft zum Schlusspfiff gegen ein menschenverachtendes
Foulspiel von Frauenhandel und Zwangsprostitution auf. Auch der Katholische
Deutsche Frauenbund und der Verein SOLWODI
(D) engagieren sich zu diesem Thema. In Österreich wird sich der
Österreichische
Frauenring noch näher mit dem Thema befassen.
Die Parties of European Socialists
(PES, www.pes.org) fordern mit einer Unterschriftenliste
(bis zum Frauentag am 8. März!) die EU auf, verstärkt gegen
Frauenhandel aktiv zu werden.
Die Kampagne spricht sich ausdrücklich nicht gegen die in Deutschland
legale Prostitution, eine sexuelle Dienstleistung, aus und warnt vor Missbrauch
der Kampagne: nicht Prostituierte und legale oder ilegalisierte Migrantinnen
stehen im Mittelpunkt sondern ein Bewußtsein bezüglich dieser
Menschenrechtsverletzung, die eine Bedrohung für jeden Rechtsstaat
ist, soll gefördert werden. Der Opferschutz ist ein zentrales Ziel
der Kampagne.
Kritische Stellungnahmen zur Kampagne "Abpfiff" von Sexarbeiterinnenorganisationen
(wie z.B.
Stellungnahme LänderArbeitsGemeinschaft Recht/Prostitution NRW (D)
(pdf)
Stellungnahme Bundesweite AG Recht Protitution (D) (pdf))
wurden mittlerweile durch verstärkte Diskussion und Kooperation entkräftet.
Pressemeldungen
(pdf) zur Visapflicht
Spendenabsetzbarkeit in
Österreich
Vollversammlung von
WIDE - Netzwerk Women In Development Europe wählt neuen Vorstand und
kritisiert geplante Spendenabsetzbarkeit für Soziales und für die Entwicklungszusammenarbeit
Pressemeldung (doc)
Chile
Michelle Bachelet, Kandidatin des Regierungsbündnisses Concertación, erste
Präsidentin Lateinamerikas
In der Stichwahl am Sonntag den 15. Jänner 2006 hat sie nach Auszählung
fast aller Stimmen 53,5 Prozent erreicht
Artikel in den Lateinamerika Nachrichten vom Dezember 2005
http://www.lateinamerikanachrichten.de/?/artikel/701.html
Liberia
ELLEN JOHNSON-SIRLEAF erste Präsidentin
Afrikas
UNO-Generalsekretär Kofi Annan gratuliert (weiter
doc)
(November 2005)
UNO-Generalsekretär Kofi
Annan:
"Gewalt gegen Frauen und Mädchen schadet der
ganzen Gesellschaft"
Erklärung zum Internationalen Tag für die Beseitigung der Gewalt gegen
Frauen, 25. November 2005 (weiter doc)
Allgemeine Infos
Neuauflage: Let's
wear fair
Die Broschüre richtet sich an Jugendliche,
die Hauptzielgruppe aller Jeans-Produzenten. An Hand konkreter Beispiele
von jungen Textilarbeiterinnen werden die Bedingungen bei der Jeans-Produktion
geschildert – leicht verständlich und ohne Umschweife. Die Broschüre macht
klar, wie einfach es wäre, die Lebensverhältnisse der Betroffenen zu verbessern.
Und was die LeserInnen selbst machen können, wenn sie nicht tatenlos zusehen
wollen: sei es durch Beteiligung an Postkartenaktionen oder den Kauf von
Hanf-Jeans. Die Jeansbroschüre Let’s wear fair kann in ihrer
neuen Auflage unter office@frauensolidaritaet.org zum Preis von 2 EUR
bestellt werden.
Tagung der deutschsprachigen
Frauen/Lesbenarchive in Frankfurt am Main
Ende Oktober 2005 trafen sich in Frankfurt am
Main zum 40. Mal Vertreterinnen der deutschsprachigen Frauen/ Lesbenarchive,
-bibliotheken und -dokumentationsstellen zu ihrer jährlichen Tagung. Frauensolidarität
und STICHWORT aus Österreich nahmen teil.
weiter Foto
Das Versprechen der
Gleichberechtigung
Gleichstellung der Geschlechter, reproduktive Gesundheit und die Milleniumentwicklungsziele
Der diesjährige Weltbevölkerungsbericht des UNFPA beleuchtet die
Auswirkungen der Ungleichstellung der Geschlechter auf die Armutsbekämpfung.
Das vom UN-Generalsekretär initiierte Milleniumsprojekt, ein hochrangiges
Expertengremium, wurde mit der Überprüfung der im Jahr 2000 anlässlich
des UN-Milleniumsgipfels formulierten Ziele beauftragt.
weiter
SexarbeiterInnen-Konferenz
darf nicht ohne Echo verhallen
Menschenrechte müssen auf nationaler Ebene sichergestellt werden!
LEFÖ fordert Gesetzesänderung in Österreich
"Die Stimmen von über 200 SexarbeiterInnen und ihren UnterstützerInnen
dürfen nicht ungehört bleiben", fordert Cristina Boidi, Koordinatorin
des Vereins LEFÖ, nach der 3-tägigen Konferenz von Sexarbeiterinnen vergangene
Woche in Brüssel. Vom 15.-17. Oktober 2005 fand in der EU-Metropole die
europäische Konferenz zu Sexarbeit, Menschenrechten, Arbeit und Migration
mit VertreterInnen aus über 25 Ländern statt. weiter
"Zero Tolerance – Null
Toleranz gegen Gewalt an Frauen"
Enquete im Parlament
"Allen Gewaltarten liegt ein Mechanismus zugrunde, nämlich Diskriminierung
und eine ungleiche Verteilung von Macht, Ressourcen und Einfluss – Gewalt
gegen Frauen ist nicht gottgegeben sondern veränderbar", betonte die entwicklungspolitische
Sprecherin der SPÖ, Petra Bayr, am Freitag im Rahmen einer gemeinsamen
Pressekonferenz mit SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Bettina Stadlbauer
und Jacqui Hunt von Equality Now zum Thema "Zero Tolerance – Null Toleranz
gegen Gewalt an Frauen".
(Presseaussendung der SPÖ, 2005-10-07) weiter
Auf der Enquete präsentierten Frauenorganisationen verschiedene Formen
von Gewalt gegen Frauen.
Inter-Kultur-Preis 2005
Die Frauensolidarität gewinnt den Inter-Kultur-Preis 2005
mit dem Projekt "Zeitschrift Frauensolidarität". Am Freitag,
7. Oktober wurde der Preis in Linz übergeben.
Pressemeldung Foto
weiter
Informationsinitiative 2005:
Frauen stärken - Chancen für alle
ist von Oktober bis Dezember 2005 Thema der Informationskampagne der Österreichischen
Entwicklungszusammenarbeit (OEZA). Ab Mitte Oktober macht die OEZA-Informationsinitiative
mit einem TV-Spot und Beiträgen in Zeitungen und Radio auf die Millenniums-Entwicklungsziele
aufmerksam. Um die Millenniumsziele zu erreichen, braucht es vor allem
mehr Rechte, mehr Chancen und mehr Sicherheit für Frauen. Denn nachhaltige
Entwicklung ist nur möglich, wenn Frauen gleichberechtigten Zugang zu
Ressourcen haben, ihre rechtliche, politische und wirtschaftliche Position
gestärkt wird und sie vor jeglicher Form von Gewalt sicher sind.
Veranstaltungshinweis: http://www.ada.gv.at/view.php3?f_id=8760&LNG=de&version
Mehr zur Informationsinitiative: http://www.bmaa.gv.at/view.php3?r_id=965&LNG=de&version=
Weltnachrichten 3/2005 ab Mitte Oktober: Ohne
Frauen keine Entwicklung
Inhalt: Gender & Entwicklung, Frauenrechte in Uganda, Frauen in
Albanien, UN-Weltgipfel, Konfliktprävention und Friedenssicherung http://www.ada.gv.at/view.php3?f_id=8646&LNG=de&version=
Dokumentation
der WIDE-Jahrestagung in Bonn, 2005
Die Referate können nun unter http://www.eurosur.org/wide/project_AC.htm
nachgelesen
werden
CRUZ EMILIA RANGEL,
Mitbegründerin des FLP-Flower-Label-Programms,
des ersten öko - sozialen Gütesiegels für Schnittblumen aus den Ländern
des Südens erhält den SOLIDAR Silver Rose Award 2005! weiter
Entsklavte Zukunft
Das im November 2004 von der Frauensolidarität mitorganisierte Symposion
"Entsklavte Zukunft" legt nun nach seiner erfolgreichen Durchführung eine
schriftliche Dokumentation der Beiträge vor. (pdf)
Frauensolidarität macht Radio:
Women on Air im Rahmen der Globale Dialoge
Frauenstimmem aus dem Süden
Zeit: jeden Dienstag 13.00-14.00 auf Orange 94.0 (Raum Wien), UPC 92.7,
Stream 094.at
Zum Nachhören: Audioarchiv www.noso.at
Das Internationale
Komitee gegen Steinigung hat durch unermüdliches Engagement
bereits viele Frauen vor dem sicheren Tod bewahrt. Für die Weiterarbeit
benötigt es nun finanzielle Unterstützung. Spenden sind sehr
willkommen.
weiter (doc)
"Ohne Frauenrechte wird
es keine gute Zukunft für den Sudan geben"
Erfolgreicher internationalen Kongress zum Thema "Die Rolle sudanesischer
Frauen beim Demokratisierungsprozess und Wiederaufbau im Sudan" Ende August
2005 in Wien. Die Tagung - u.a. im Parlament - wurde vom Verein "NilDonau"
organisiert, dem es gelang, engagierte Sudanesinen aus aller Welt zusammenzubringen.
weiter (presseerklärungen, doc)
Kinder- und Frauensterblichkeitsrate
erfordert mehr Aufmerksamkeit
Weltgesundheitstag der Vereinten Nationen im Zeichen zweier Millenniumsziele
„Gesunde Mütter und Kinder “ ist das Thema des diesjährigen Weltgesundheitstages,
der am 7. April 2005 begangen wird. Durch diesen Tag soll die allgemeine
Aufmerksamkeit sowohl auf die Millionen von Frauen die jährlich während
der Schwangerschaft oder bei der Geburt sterben als auch auf die 11 Millionen
Kinder, die sterben, bevor sie das Alter von fünf Jahren erreichen, gelenkt
werden. Das Thema ist eine direkte Antwort auf zwei der vor fünf Jahren
angenommenen Millenniumsentwicklungsziele (MDGs). Weiter
bzw. WHO-Pressetext in Englisch
WIEN, 5. April (UNO-Informationsdienst)
Tsunami in Indien: Spendenaufruf
Frauensolidarität und FreundInnen unterstützen das CARE Trust Tsunami
Relieve Scheme in Tamil Nadu, Indien
Im Jänner 2004 hat die Frauensolidarität eine Informationsreise nach Indien
zur Arbeitssituation von Frauen in der Exportindustrie veranstaltet. Fünfzehn
Frauen aus Österreich waren gemeinsam auf der Reise und haben unter anderem
CARE Trust (Community Awareness Research Education) in Tamil Nadu besucht
und ihre eindrucksvolle Arbeit kennengelernt. Nun rufen wir zu Solidarität
auf, da Tamil Nadu der am stärksten von der Tsunami Katastrophe betroffene
Bundesstaat Indiens ist!
Guatemala/Mexiko
Frauenmorde
Zwischen 2001 und September 2004 wurden in Guatemala 1.118 Frauen ermordet,
die meisten waren junge, arme Frauen. Allein im Jänner 2005 sind 36 Opfer
zu beklagen, Tendenz steigend. Susana Villarán, Sonderberichterstatterin
für Frauenrechte der Organisation Amerikanischer Staaten, recherchierte
letzten Herbst in Guatemala und stellte eine zunehmende Brutalität der
Verbrecher fest, Vergewaltigung und Folter gingen sehr oft den Morden
voraus. Sie kritisierte die Regierung für ihre Ignoranz gegenüber den
Frauenmorden, besonders in ländlichen Regionen. Trotzdem reduzierte jetzt
im Jänner die Nationale Zivilpolizei die Abteilung zur Aufklärung der
Frauenmorde von 22 auf 5 BeamtInnen. Grund dafür: Die dreimal so hohe
Quote an Männermorden müsse aufgeklärt werden. Es zeichnen sich immer
mehr Parallelen zu den Frauenmorden in Ciudad Juárez, Mexiko ab. Menschenrechtsorganisationen,
u.a. auch eine Untersuchungskommission von amnesty international, zeigten
sich enttäuscht über den 3. Bericht der Sonderstaatsanwältin María López
Urbina, die in den Mordfällen (seit 1993 knapp 400) ermittelt. Das haben
sie am 1. Februar in der nordmexikanischen Grenzstadt zum Ausdruck gebracht.
Die Mütter der Opfer beklagten den mangelnden Fortschritt bei den Untersuchungen
und der Bestrafung der Schuldigen. "Niemand gibt uns die Namen der Mörder
unserer Töchter", sagte Rosaura Montañez, deren Tochter vor zehn Jahren
entführt, vergewaltigt und erdrosselt wurde. (Quelle: Guatemala Human
Rights Commision/USA; púlsar-poonal 2.2.2005)
Österreich
Equal-Projekt SILA zu Ende
Bei einer Abschlussveranstaltung am 3. Februar 2005 präsentierten die
TrägerInnenorganisationen des Equal-Projektes SILA - "Niederschwellige
Beratung und Qualifizierung für weibliche Prostituierte"- die Ergebnisse
der zweieinhalbjährigen Zusammenarbeit. Die Angebote - Beratungen und
Betreuungen, u.a. durchgeführt von kulturellen Mediatorinnen, Streetwork,
Deutsch- und Computerkurse - erreichten viele Frauen der Zielgruppe. Mit
Juli 2005 beginnt das Projekt Equal II der Volkshilfe mit dem Schwerpunkt
auf Qualifizierung und Aus- bzw. Umstieg der Sexarbeiterinnen. Dies sei
ein falsches Signal, kritisiert der Verein LEFÖ, der für die Sexarbeiterinnen
neben Entkriminalisierung; Empowerment; Anerkennung ihrer Berufsgruppe;
fremden-, arbeits- und sozialrechtlichen Rahmenbedingungen v.a. eine niederschwellige
Beratungsstelle, die umfassende soziale, legale und gesundheitliche Beratung
und Qualifizierung und einen geschützten Raum und Treffpunkt sicherstellt,
fordert. (Red.)
Chennai/ Indien
Connecting Women and Children for Hope!
Nach der Tsunami-Katastrophe vom 26. Dezember 2004 sind es vor allem Frauen
und Kinder, die unter großem Druck stehen: in wirtschaftlicher, sozialer
und psychischer Hinsicht. Neela Valli, Direktorin der Initiative Women
in Development (IWID)/Chennai, Indien, war von 3. bis 6. Februar in Wien,
um über die aktuelle Situation der Frauen zu sprechen. In Tamil Nadu hat
die Flutkatastrophe rund 8.000 Todesopfer gefordert. Aufgrund der männerdominierten
Gesellschaftsstruktur hat nur ein Prozent des vernichteten Gesamtbesitzes
der Region Frauen gehört. Frauen werden meist nicht zum Haushalt gezählt
und haben so oftmals keinen Zugang zu Hilfsgütern. Das Projekt "Connecting
Women and Children for Hope!" hat das Ziel, Frauen mit Sachgütern wie
Fischernetzen und -booten auszurüsten, die die Frauenkollektive vermieten
können. Somit kann wirtschaftliches Überleben gesichert werden; zum anderen
werden Frauen und Kinder psychisch betreut, um wieder in den "normalen"
Alltag zurückkehren zu können.
(Quelle: Martina Handler, Frauen ohne Grenzen, www.frauen-ohne-grenzen.org)
International
1.000 Frauen für den Friedensnobelpreis
Ende Jänner 20005 wurde die Nominierung der "1.000 Frauen für den Friedensnobelpreis
2005" beim Nobelpreiskomitee in Oslo eingereicht. Seit der erstmaligen
Verleihung des Preises 1901 haben ihn nur 12 Frauen erhalten. Stellvertretend
für die Millionen von Frauen, die sich täglich für den Frieden einsetzen,
sollen 1.000 Frauen 2005 den Friedensnobelpreis erhalten. Um den Regeln
des Nobelpreises zu entsprechen, werden in der Nominierung drei Frauen
aus drei Weltregionen speziell hervorgehoben. Mehr als 2.000 Frauen aus
über 150 Ländern wurden einem internationalen Projektteam vorgeschlagen.
Nominiert sind vor allem Basisaktivistinnen. Die Namen der 1.000 Frauen
werden voraussichtlich im Juni 2005 veröffentlicht. Das Nobelpreiskomitee
gibt seinen Entscheid im Oktober 2005 bekannt.
(Quelle: www.1000peacewomen.org)
Brasilien
Weltsozialforum 2005
Vom 26. bis 31. Jänner 2005 fand in Porto Alegre/Brasilien das 5. Weltsozialforum
statt. Die Frauenorganisation "Articulaciòn Feminista Marcosur" kritisiert,
dass der Kampf gegen Fundamentalismus auf dem Forum nicht die gleiche
Beachtung fand wie der Kampf gegen neoliberale Globalisierung und Militarismus.
Der Fundamentalismus bediene sich der Kriege, des Rassismus und der Armut;
in all diesen Fällen seien es vor allem die Frauen, die mehr Rechte verlieren.
Der Kampf für Freiheit, sexuelle Vielfalt und Abtreibung, eine der Formen
im Rahmen des WSF sich dem Fundamentalismus entgegenzustellen, wurde jeden
Tag an verschiedenen Orten diskutiert, in der offiziellen Berichterstattung
des WSF aber von den Aktivitäten unter prominenten männlichen Namen verdrängt.
Die Frauen sehen daher unter anderem die Notwendigkeit, das Forum demokratischer
und zu einem Raum zu machen, in dem Fundamentalismen und Fundamentalisten
- welcher Art auch immer - keinen Platz haben.
(Quelle: www.wluml.org/english)
Österreich
Zara
Seit fünf Jahren gibt es ZARA (Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit),
das Jubiläum wurde im Februar mit einem Benefizclubbing in Wien gefeiert.
Mit viel ehrenamtlichem Engagement werden Opfer und ZeugInnen von Rassismus
beraten, Anti-Rassismustrainings durchgeführt und der Rassismus-Report
über einschlägige Übergriffe und Strukturen zusammengestellt. Auch heuer
bangt ZARA wieder um die Basisfinanzierung, ohne die die wichtige Arbeit
nicht geleistet werden kann. Wir wünschen ZARA auch weiterhin viel Ausdauer
und Unterstützung im Kampf gegen Rassismus.
Kontakt: www.zara.or.at, Tel.:+43-1/9291399
Peking+10
"Wir wollen endlich Taten sehen!"
10 Jahre 4. UN-Weltfrauenkonferenz und Aktionsplattform von Peking
Im März 2005 wird in einer Sondersitzung der UNO-Frauenstatuskommission
in New York überprüft, ob und wie die Errungenschaften von Peking
auf dem Gebiet der Frauenrechte ihre konkrete Umsetzung gefunden haben.
Aktivistinnen der internationalen Frauenbewegung sind skeptisch. Auf einer
Tagung des WIDE-Netztwerkes Österreich wird an die österreichische
Regierung appelliert, endliche einen Aktionsplan zur Umsetzung der Aktionsplattform
vorzulegen.
(Mehr dazu in der WIDE-Pressemeldung)
Auch das europaweite entwicklungspolitische Frauennetzwerk
WIDE fordert Kohärenz in der Wirtschafts-, Frauen- und Entwicklungspolitik.
Neoliberale Wirtschaftspolitik widerspreche den Zielen einer nachhaltigen
Entwicklungspolitik. Die Milleniums-Entwicklungsziele (MDGs) müssen
sich auf die progressive Pekinger Aktionsplattform beziehen, fordert
WIDE (pdf) anlässlich von Peking+10.
Peking+10 - die UNO lädt
zur Review der Aktionsplattform
(Mehr dazu in der UNO-Pressemeldung)
Es ist hart, im Lager
eine Frau zu sein.
Das Gesundheitsteam von CARE versucht den Frauen in den Tsunami-Flüchtlingslagern
in Indonesien die Würde zurück zu geben.
(Mehr dazu von Melanie Brooks,
CARE Mitarbeiterin im Standard)
Weltsozialforum aus Frauensicht
(Jänner 2005)
Les Penelopes (Frankreich) haben ein Team aus internationalen feministischen
Journalistinnen und Aktivistinnen zusammengestellt, die über die
Highlights berichten und sie kommentieren.
(v.a. 27.-30.1.2005)
www.penelopes.org/Anglais
Französisch: www.penelopes.org/
„Naturkatastrophe darf
keine menschenrechtliche Katastrophe für Frauen werden!“
(medica mondiale, Köln, 19.1.2005)
Frauen und Mädchen insbesondere in den großen Flüchtlingslagern der Tsunami-Katastrophengebiete
in Südostasien sind in hohem Ausmaß sexualisierten Übergriffen ausgesetzt.
Das meldet die Hilfs- und Frauenrechtsorganisation medica mondiale mit
Sitz in Köln unter Berufung auf CATAW (Coalition for Assisting Tsunami
Affected Women), einem Tsunami-Hilfsbündnis von Frauenorganisationen in
Sri Lanka.
(Mehr
dazu: http://www.medicamondiale.org/html/presse/_in/ind_pm.html)
Tsunami-Flutkatastrophe in Südostasien als
Chance für Erhöhung der langfristigen Entwicklungszusammenarbeit (0,7%)
in Österreich
2005 - Wendepunkt bei der Bekämpfung der weltweiten Armut?
(AGEZ, Wien, 11. Jänner 2005 )
Die Tsunami-Flutkatastrophe ist ein doppeltes Unglück: sie hat nicht nur
Millionen Menschen in Südostasien in akute Not gestürzt, sondern es ist
zu befürchten, dass sie viel Geld bindet und es dadurch in afrikanischen
Elendsgebieten südlich der Sahara zu gefährlichen Engpässen in der Entwicklungszusammenarbeit
kommen könnte. (Mehr dazu)
Tsunami auf Sri Lanka
Unsere Kollegin Helga Neumayer hält sich zur Zeit in Sri Lanka auf und
berichtet im Folgenden über ihre Eindrücke von den Auswirkungen der Flutkatastrophe.
Im Besonderen hat sie auch Kontakt mit ArbeiterInnenorganisationen (Weltmarktfabriken,
Textilarbeiterinnen etc.) aufgenommen. Siehe auch
(doc)
Siehe auch Frauensolidarität
Nr.91 (pdf)
Tsunami-Flutkatastrophe
Dezember 2004
UNFPA mahnt spezielle Hilfe für betroffene
Frauen der Naturkatastrophe in Asien ein.
Friedensnobelpreis 2004
für Wangari Maathai
Die Begrunderin der Umweltschutzbewegung "Green Belt Movement"
aus Kenia und nunmehrige stellvertretende kenianische Umweltminiterin
erhielt für ihr Engagement im Bereich Umweltschutz, Menschenrechte
und Demokratisierung diese hohe Auszeichnung. (mehr)
Weitere Infos zum Green Belt Movement unter www.greenbeltmovement.org
Sumaya Farhat-Naser:
Brief der Friedensaktivistin aus Palästina vom Juli 2004
"Liebe Freunde,
Nach langem Schweigen grüße ich Euch aus Birzeit, Jerusalem ist sehr nahe
und doch sehr fern, denn die Mauer gewinnt an Gestalt und Wirkung....(weiter:
doc)
Movimiento
de Mujeres Dominico-Haitianas (MUDHA)
Nach den Fluten ...
Mitte Mai 2004 waren die westlichen Medien tagelang voll mit den Bildern
der Überschwemmungen in Haiti und der Dominikanischen Republik. Jetzt
zeigen sich vor Ort nicht nur die Folgen der Katastrophe, sondern es wurden
in letzter Zeit in der haitianischen Grenzregion um Jimani und Pedernales
immer noch Dörfer entdeckt, die bisher von der Umwelt abgeschnitten waren
und nur von dominikanischer Seite erreichbar
sind.
Die Frauenorganisation MUDHA hilft wo sie kann, unsere SpenderInnen unterstützen
sie dabei (weiter: unterstützte
Projekte 2004/Diminikanische Republik)
USA/Mexiko
Gloria E. Anzaldúa 1942-2004
Am 15. Mai ist die international anerkannte mexikanisch-amerikanische
Autorin, Hochschullehrerin und Aktivistin Gloria E. Anzaldúa im Alter
von 61 Jahren gestorben. Anzaldúa, mit ihren eigenen Worten "chicana dyke-feminist,
tejana patlache poet, writer, and cultural theorist", ist vor allem durch
ihre theoretischen Essays, Lyrik, Kurzgeschichten, Kinderbücher und als
Herausgeberin interdisziplinärer Anthologien bekannt geworden und erhielt
für ihr literarisches Schaffen zahlreiche Auszeichnungen. Das 1987 erschienene
Buch "Borderlands/La Frontera: The New Mestiza" (diese und zahlreiche
weitere Literatur finden Sie in der Bibliothek der Frauensolidarität)
kann als wegweisend für die postkoloniale Kritik als auch für die Queer
Theory bezeichnet werden. Sie beschreibt darin einen dynamischen und
widersprüchlichen Identifikationsprozess, der durch das Aufwachsen im
Grenzgebiet von Mexiko und USA geprägt ist, und nimmt dadurch wichtige
Aspekte der seit Mitte der 1990er Jahre verstärkt geführten Diskussion
um hybride Identitäten hinweg. Die "neue Mestiza" bricht aus den ihr zugeschriebenen
Grenzen von Geschlecht, Sexualität, nationaler und ethnischer Zugehörigkeit
aus und lebt eine Vielfalt von Positionen. Anzaldúa lehnte essenzielle
Identitätskategorien ab und betrachtete Identitätsprozesse als gebrochen
und vielschichtig.
Mit Gloria Anzaldúa verlieren wir - Feministinnen, Lesben, Chicanas/os
etc - eine wichtige Vordenkerin und Mitstreiterin. (Red.)
Site der neuen Initiative
"schwarze frauen community für selbsthilfe und frieden (SFC)
Die SFC ist eine Initiative von schwarzen Frauen
(1. und 2. Generation) unterschiedlichster Herkunft und Nationalität.
Gemeinsam wollen sie das Selbstbewusstsein, Selbstbestimmung und die Selbstorganisation
schwarzer Frauen fördern und unterstützen und damit die Integration in
die österreichische Gesellschaft vorantreiben.
www.schwarzefauen.net
AGEZ-Positionspapier
zur Informationsgesellschaft (pdf)
Rechtzeitig zum World Summit on the Information
Society (WSIS) veröffentlicht die AGEZ einen Forderungskatalog zu
Informations- und Kommunikationstechnologien in der österreichischen
Entwicklungszusammenarbeit. (2003)
"Die soziale Verantwortung von Unternehmen aus zivilgesellschaftlicher
Perspektive" (pdf)
Das Positionspapier zur Corporate Social Responibility
wurde von Amnesty International, AGEZ, Bundesarbeitskammer, ÖKOBÜRO und
dem Österreichischen Gewerkschaftsbund unterzeichnet.
Die Frauensolidarität ist maßgeblich am Prozess beteiligt.
(2003)
Women Crossing
the Digital Divide
Im Vorfeld des World Summit on Information Society, der im Dezember 2003
in Genf stattfindet, luden die Frauensolidarität und der VIDC
am 27. und 28. Oktober 2003 in Wien zur Tagung "Women Crossing the
Digital Divide" mit internationalen Referentinnen. Einen ausführlichen
Bericht dieser Tagung finden Sie unter www.ceiberweiber.at

Archiv:
Information
und Kommunikationstechnologien als Aktionsfeld der Entwicklungszusammenarbeit
Am 16. Juni 2002 fand in Wien eine Tagung zu
Chancen und Grenzen der ICTs statt. Die Frauensolidarität forderte
den Zugang von Frauen des Südens zu Information, ein verbrieftes
Menschenrecht, dass auch für Frauen gelten muss.
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aktuelle Infos:
www.ceiberweiber.at
www.diestandard.at
www.oneworld.at

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