logo
Zeitschrift Cover
Ausgabe 4/2013
Liebe, Sex und Wirklichkeit

Liebe, Sex und Wirklichkeit

Nr.126  (4/13)

Das Private ist politisch. Umgekehrt ist auch das Politische privat und nimmt in Form von Diskursen oder Programmen großen Einfluss auf das Leben von Menschen und damit auch auf die Art und Weise, wie Sexualität gelebt werden kann. Viel zu oft wird im entwicklungspolitischen Sprechen Sexualität lediglich problematisiert, über die Sexualität der vermeintlich „Anderen“ gerichtet und das Sprechen über Lust und Begehren den Gesellschaften des globalen Nordens vorbehalten. Die Redaktion hat sich aus diesem Grund entschlossen, eine lustvolle Frauensolidarität zum Jahresausklang zu gestalten. Wie sexuelle Identität, Begehren oder Sexarbeit in Argentinien, Simbabwe oder dem Iran und wie Sexarbeit und Pornographie jenseits des medialen Mainstreams in Österreich und Deutschland verhandelt werden, zeigen die Autor_innen dieser Ausgabe. Die argentinische Schriftstellerin Juliana Corbelli nimmt die weltweit progressivste Gesetzgebung im Bereich der sexuellen Identität in den Blick, die femme-inistische Sexarbeiterin Emy Fem spricht über die vielen Gesichter ihrer Arbeit und Laura Méritt schreibt von der Lust auf queer-feministische Pornos. Kritische Fragen nach imperialem Begehren und rassialisierten Sexualitätskonstruktionen stellen Barbara Eder und Christine Klapeer.

Inhalt

PorYes! Feministische Pornos und die sex-positive Bewegung in Europa. Laura Méritt

Sex works. Aus dem Leben einer femme-inistischen Sexarbeiterin. Emy Fem

Sexualbegleitung: Von Verhinderung einer zu Behinderung der Sexualität. Tina Füchslbauer, Pia Klüver, Alexandra König

Sexualität beeinflusst die Menschen so sehr. Über Sexualität im Werk der iranischen Künstlerin Asoo Khanmohammadi. Anonyma

Imperiales Begehren. Sexualität als (post)koloniales Projekt. Barbara Eder  

Identidad de género en la Argentina. Leyes, testimonios y agenda parlamentaria. Juliana Corbelli  

Polyamorie und die Pluralisierung des Intimen. Über offene Beziehungen, intime Netzwerke und den Wandel emotionaler Stile. Karoline Boehm

Den Sex „der Anderen“ zivilisieren, entwickeln, befreien? Kontinuitäten rassialisierter Sexualitätskonstruktionen in 3 Akten. Christine M. Klapeer

Writing about Sexwork: aus afrikanischen Perspektiven. Interview mit der Schriftstellerin Virgina Phiri. Ishraga M. Hamid

Sexualität 2.0. Sichtbarkeit zwischen Kontrollgesellschaft und minoritärer Begehrensstrukturen. Valentine Auer

Ansehnlich und zum Anfassen: Ein Streifzug durch das Sinnliche des Kinos – The Rhythm of Claire Denis. Doris Posch

Wen wir begehren – eine Frage der Haltung? Julischka Stengele

Mehr ist mehr und weniger ist einfach nur weniger ... Interview mit Club Burlesque Brutal. Dokumentation von Liesa Kovacs und Nick Prokesch

Ein ganz gewöhnlicher Tag: 11.07.2013. Solidarität er_leben. Xüscha

„Solas invisibles – unidas invencibles“. Maria Elena Cuadra organisiert Nicaraguanerinnen im informellen Sektor. Claudia Thallmayer

„Es kann nicht sein, was nicht sein darf“. Teil 2 des Interviews mit Peggy Piesche. Jule Fischer

Refugee Women’s problems in refugee camps … and the “No Lager for Women Campaign”. Homaira Adeel

Ultrakonservative machen Druck gegen Selbstbestimmung - weltweit und in Europa. Ulrike Lunacek

zum Archiv