Clean Clothes-Kampagne
für faire Arbeitsbedingungen weltweit
TRIUMPH der Ausbeutung

Protestkundgebung am
24. Oktober 2001
mit Straßentheater

Mit Sprüchen wie "Reizwäsche aus Burma", "Triumph der Ausbeutung" oder "Stützt Brüste, keine Diktaturen!" machten am Mittwoch, den 24. Oktober AktivistInnen der Clean Clothes-Kampagne (CCK) auf die Firmenaktivitäten des internationalen Wäscheherstellers Triumph in dem vom Militär beherrschten Land Burma aufmerksam. In einer provokanten Modeschau vor der erst kürzlich eröffneten Triumph-Filiale im 1. Bezirk in Wien wurde ein Stacheldraht-Büstenhalter vorgestellt, der den Zusammenhang zwischen der Triumph-Niederlassung in Burma und der brutalen Unterdrückung der burmesischen Bevölkerung symbolisieren sollte.

Hinter einem Stacheldrahtzaun schuftende Arbeiterinnen, niedergeschrien von einem Soldaten, davor ein Model mit Stacheldraht-Büstenhalter, präsentiert vom Aktionskünstler Hubsi Kramar - ein irritierender Anblick in der Luxusmeile am Graben, der die Aufmerksamkeit zahlreicher PassantInnen weckte.

Die CCK ruft den Wäschefabrikanten Triumph International auf, seine Produktion in Burma abzubrechen und sich aus diesem Land zurückzuziehen. Dieser Aufruf erfolgt gleichzeitig in mehreren europäischen Ländern, wo die CCK tätig ist, und schließt sich den von der EU gegen Burma verhängten Wirtschaftssanktionen an. In den nächsten Wochen werden von den Trägerorganisationen 15.000 Protestpostkarten in Umlauf gebracht. Diese fordern Triumph auf, sich aus Burma zurückzuziehen. Zahlreiche andere multinationale Konzerne wie Pepsi, Heineken, Philips, Apple, Ericsson und WalMart taten dies bereits, da es nicht möglich sei, in Burma Geschäfte zu tätigen, ohne direkt das Militärregime und dessen Menschenrechtsverletzungen zu unterstützen. Die Firma Triumph International AG produziert auf einem Grundstück, das sie von der burmesischen Armee-Organisation UMEH mietet. Das Ziel der UMEH ist es, Devisen für die Militärs zu beschaffen. Trotz internationaler Appelle hält Triumph bisher am Produktionsstandort Burma fest.
Es ist das erste Mal, dass die CCK ein Unternehmen auffordert, sich aus einem Land zurückzuziehen. Diese Aufforderung begründet sich nicht auf CCC-interne Analysen, sondern stützt sich vielmehr auf die Forderungen der rechtmäßigen VertreterInnen des burmesischen Volkes (Sieger der letzten Legislativwahlen von 1990) sowie VertreterInnen der burmesischen ArbeiterInnen (FTUB - Burmas einziger nationaler Gewerkschaft).
"Bis wir nicht ein politisches System haben, das den Rechtsstaat und demokratische Institutionen garantiert, wird keine Finanzhilfe und keine Investition unserem Volk nützen", urteilt Aung San Su Kyi, die berühmte Regimegegnerin und Nobelpreisträgerin von 1991, deren Partei aus den Wahlen von 1990 als Siegerin hervorging. Auch der exilierte Dachverband der burmesischen Gewerkschaft (FTUB) verlangt einen Rückzug der ausländischen Investoren und den Abbruch der Handelsbeziehungen.

Prostestpostkarten können in der Frauensolidarität angefordert werden (Tel. 01/3174020-0)

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