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Bei einer Aktion am 22. Juni 2001 wurden
160 Meter Wäscheleine voller Protestpostkarten vor dem Gebäude der NIKE-Geschäftsführung
in Wien aufgespannt.
Die prominente Clean-Clothes-Aktivistin Magenta
von Taxi Orange überreichte die rund 2000 Protestkarten im Beisein von
MedienvertreterInnen und zahlreichen AktivistInnen der österreichischen
Clean-Clothes-Kampagne (CCK) an die Pressesprecherin von NIKE Petra Gold.
Auf die Forderungen der CCK reagierte Gold mit unverbindlichen Kooperationsangeboten
seitens des Unternehmens. NIKE Österreich hatte bisher alle Gespräche
mit der CCK abgelehnt u.a. mit der Begründung, kritische KonsumentInnen
mögen sich an das in Brüssel angesiedelte dafür zuständige NIKE-Büro wenden.
Insofern werten es die VertreterInnen der CCK Österreich als Erfolg, dass
ein erstes Gespräch möglich war, wenngleich die Zugeständnisse von Petra
Gold sehr allgemein gehalten waren: NIKE schlägt vor, mit der CCK in kontinuierlichen
Kontakt zu treten, ist bereit, in Zukunft bei öffentlichen Diskussionen
und Veranstaltungen eine dafür zuständige Sprecherin aus dem Brüsseler
Büro zu organisieren, und wird laut Petra Gold jede/r einzelnen ProtestkartenschreiberIn
den geforderten Antwortbrief schicken.
Trotz gelungener Übergabe kritisieren CCK-VertreterInnen, dass es bisher
nicht möglich war, einen Termin mit dem zuständigen Geschäftsführer von
NIKE Österreich Kerscher zu vereinbaren, damit dieser sich der Verantwortung
stellt. Weiters betont die CCK, dass sie das Angebot zur Diskussion mit
der NIKE-Zuständigen aus Brüssel begrüßt, dass sie damit jedoch in keinster
Weise die österreichische Geschäftsführung von NIKE aus der Verantwortung
entlässt, sich für die Einhaltung der Arbeitsrechte in den Zulieferbetrieben
weltweit einzusetzen und sich für die Unterzeichnung des Arbeitsverhaltenskodex
der CCK bei der NIKE-Unternehmensleitung auszusprechen.
Der Arbeitsverhaltenskodex der CCK unterscheidet sich von dem Firmenkodex
von NIKE im Wesentlichen darin, dass er die unabhängige Kontrolle der
Einhaltung von Mindestarbeitsrechten unter Einbindung lokaler NGO´s vorsieht
und vor allem das Recht auf einen menschenwürdigen Lohn garantiert. Die
CCK fordert weiterhin Garantien für die Einhaltung der Arbeitsrechte in
den Produktionsstätten und befürchtet, dass die Informationsbriefe, mit
welchen die österreichiche Geschäftleitung kritische KonsumentInnen beruhigen
will, eher eine publicity-wirksame Marketingstrategie darstellen als ernstzunehmende
Bemühungen zur Verbesserung der Arbeitssituation von ca. 530.000 ArbeiterInnen
weltweit.
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