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Ausgabe 3-4/2020
Peking+25

Peking_25

Peking +25
Resolution 1325
Nr. 153/154 (3+4/2020)

Diese Ausgabe beschäftigt sich gleich mit zwei Jubiläen, die für Aktivist_innen weltweit bedeutend sind. Vor 25 Jahren fand die letzte UN-Weltfrauenkonferenz in Peking statt. Den zweiten Schwerpunkt widmen wir der UN-Sicherheitsrat-Resolution 1325 zu Frauen, Frieden und Sicherheit.

Das Abschlussdokument – die Pekinger Aktionsplattform – ist für viele Frauenrechtsaktivist_innen weltweit noch immer ein Referenzdokument. Sie umfasst zwölf Forderungen rund um den Abbau von geschlechtsspezifischen Unterschieden in Politik, Wirtschaft, Bildung, Gesundheit und Gesellschaft. Was Aktivist_innen damals nicht weit genug ging, scheint heute undenkbar: Politisch und religiös fundamentalistische Akteur_innen am internationalen und nationalen Parkett versuchen erkämpftes Terrain Stück für Stück zu untergraben. 

Die Resolution 1325 gilt als Meilenstein zur Anerkennung, Ächtung und Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Frauen und Mädchen in Kriegen und Konflikten. 2020 wird diese UN-Resolution 20 Jahre alt. Ein Grund zum Feiern? Einerseits ist sie ein wichtiger Beitrag zur Geschlechtergerechtigkeit im Bereich der Friedenssicherung, andererseits geht die Umsetzung laut Expert_innen oft nur schleppend voran. Sie kritisieren, dass die Resolution zur Beseitigung geschlechtsspezifischer Stereotypen nicht wesentlich beiträgt. Frauen werden weithin als Opfer sexueller und anderer Gewalt oder als unkritische Befürworterinnen eines Endes des Konflikts bezeichnet. Ihnen wird unterstellt, dass sie sich aufgrund angeblich angeborener weiblicher Qualitäten, wie z. B. friedliebend und fürsorglich zu sein, besser für die Friedenssicherung eigneten.

Inhalt

Die Pekinger Aktionsplattform revisited. Perspektiven aus Afrika, Asien, Lateinamerika und Europa. Emilia Roig, Caroline Kioko, Luz Piedad Caicedo Delgado, Cai Yiping

Kein Podest zum Ausruhen. Der Kampf geht weiter. Feministischer Multilateralismus 25 Jahre nach der Weltfrauenkonferenz in Peking. Christa Wichterich

25 Jahre Weltfrauenkonferenz. Rückblick und Ausblick. Gertrude Eigelsreiter-Jashari

Wie beeinträchtigt antifeministischer Backlash die feministischen Bewegungen? Betrachtungen innerhalb der Vereinten Nationen und weltweit. Sehnaz Kiymaz Bahceci und Anke Stock

Feministinnen aller Länder, vereinigt euch: Illusion oder Wirklichkeit? Die Pekinger Aktionsplattform im Vergleich mit dem Manifest „Feminism for the 99 %“. Lisa Gießauf

Aufbruchsstimmung und Mut zum Widerstand. Von Peking über das Horn von Afrika ans Kap der Guten Hoffnung. Rita Schäfer

Ein Grund zum Feiern? Die Resolution 1325 wird 20 Jahre alt. Alexa Walz

Old Narratives, New Methods. UNSCR 1325 and the Women Peace and Security Agenda. Swati Parashar

The Women, Peace and Security Agenda. The Role of Reparations in Feminist Peacebuilding. Dhwani Nagpal

Die Unerschütterlichen. Der internationale Kampf gegen Landminen braucht Frauen. Hannah Schaper

„Neutral“ heißt nicht geschlechterblind! Humanitäre Hilfe im Kontext der Resolution 1325. Birgit Mayerhofer

The dangers of “cosmetic interference”. Security, Health and Gender in Areas of Conflict. Radwa Khaled

Kämpferinnen als eigenständige politische Akteurinnen. Die Agenda für Frauen, Frieden und Sicherheit. Luisa Dietrich Ortega

„Sie nennen uns Opfer, aber wir sind Überlebende“. Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien. Darija Davidović

Jede* hat das Recht, Rechte zu haben. Die UN-Frauenrechtskonvention als Menschenrechtsinstrument für die Zivilgesellschaft. Daniela Almer

„I can’t breathe!“ Welche Bedeutung hat die Black Lives Matter-Bewegung in Afrika? Interview mit Moky Makura

Die COVID-19-Krise trifft nicht alle gleich. Feminist_innen fordern Systemwandel. Aleksandra Kolodziejczyk und Julia Günther

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