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Ausgabe 3/2009
Armutsbekämpfung

Armutsbekämpfung, Wirtschaft, Krise

Nr. 109 (3/09)

Herrschende makroökonomische Politiken sind genderblind. Warum ist extreme Armut – trotz neun Jahren ehrgeiziger UN-Millenniums-Entwicklungsziele - zunehmend weiblich? Und warum wirkt sich die Krise gerade auf Frauen lethal aus?

Die vorliegende Ausgabe der Frauensolidarität gibt einen Einblick in Lebensrealitäten von Arbeiterinnen und Hausangestellten aus Afrika, Asien und Lateinamerika. Auf allen Kontinenten haben Zusammenschlüsse von Frauen Forderungen formuliert. So untersucht Brita Neuhold Forderungen internationaler Netzwerke wie Women in Development Europe (WIDE), Action for Southern Africa (ActSA) u.a. nach der Umsetzung einer Gleichstellungsreform (GEAR) auf Basis der Vereinten Nationen. Ana Tallada vom lateinamerikanischen „Frauennetzwerk zur Transformation der Ökonomie“ (REMTE) spricht über die Forderung, dem Thema Sorgearbeit weltweit politische Bedeutung zu verleihen, denn schließlich sind es die Frauen, die zu 80% - meist unsichtbare und unbezahlte – Sorgearbeit leisten. Die beiden Aktivistinnen des „Indian Forum on Free Trade Agreements“, Shefali Sharma und Ranja Sengupta, fordern ein Überdenken des angestrebten Freihandelsabkommens zwischen EU und Indien, weil sie gravierende Auswirkungen auf die in Armut lebenden Bevölkerungsteile und speziell auf die Frauen und Mädchen Indiens fürchten. 1992 setzten 70 Frauen aus den Philippinen einen kollektiven Schritt mit der Gründung des transnationalen Netzwerks Babaylan, das Lobbyarbeit für philippinische Migrantinnen sowohl in Europa wie in Asien anbietet. Babaylan möchte u. a. verdeutlichen, dass diese Migrantinnen ein wichtiger Faktor der Volkswirtschaft sind und zur Armutsbekämpfung beitragen, wie Gründungs- und Vorstandsmitglied Filomenita Mongaya-Høgsholm schreibt.

Schlussfolgerung: Eine andere Arbeitswelt ist notwendiger denn je!

Inhalt

Auswirkungen haben Geschlecht: Über die Folgen der gegenwärtigen Krisen auf die Frauen im Süden. Brita Neuhold

Globalisierung und Umbruch: Arbeit in der Textilindustrie in Rumänien. Veronika-Ana Sandu

Von der Volksküche zur nationalen Politik: Interview mit der peruanischen Soziologin Ana Tallada

Im Namen der "bolivarischen Revolution": Führt die Mikrokreditvergabe zu einer Emanzipation der Frauen? Verena Bauer

Fortsetzung eines armutsbringenden Systems: Interview mit Shefali Sharma und Ranja Sengupta zum EU-Indien-Freihandelsabkommen

Die vergessene Perspektive: Warum Chinas Arme Frauen sind. Astrid Lipinsky

Armut im Comic: Durchbrechung von Klischees und die Fortsetzung von Machtverhältnissen. Claudia Dal-Bianco

Töchter der Globalisierung: Philippinische Frauen in Europa kämpfen für ihre Rechte. Filomenita Mongaya-Høgsholm

TERRE DES FEMMES: Gegen Genitalverstümmelung in Sierra Leone: TERRE DES Femmes unterstützt ein umfassendes Aufklärungsprojekt. Veronika Kirschner und Steffi Siegle

TERRE DES FEMMES: Gewalt gegen Frauen in Krisengebieten: Über den Zusammenhang von Soldaten und Zwangsprostitution. Alexandra Jakob und Saltanat Shalkibayeva

Betreten der internationalen Bühne: Hausangestellte organisieren sich zur Einforderung globaler Standards. Karin Pape

Nebenwirkungen: tödlich: Vom Sandbestrahlen bei der Jeansbleiche in der Türkei. Bettina Musiolek

WM 2010: Feierlaune für manche: Prostitution und Zwangsprostitution in Südafrika. Rita Schäfer

Putsch im Morgengrauen: Der Umsturz in Honduras und seine Auswirkungen auf Aktivistinnen. Nela Perle

Women in Black: Ein weltweites Frauennetzwerk auch in Belgrad und Wien. Jelena Andjelkovic

Gleichberechtigung durch Mikrokredite? Lateinamerikanisch-karibisches Gipfeltreffen in Cartagena de las Indias. Verena Bauer

Skandal: Wenn Frauen (die) Hosen anhaben ...Ulrike Lunacek

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