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Entre Memorias – ein partizipatives Filmprojekt über die Erinnerung an den internen bewaffneten Konflikt in Peru
Filmscreening und Diskussion über Erinnerungskulturen in Lateinamerika aus genderspezifischer Perspektive

Do, 26. Jänner 2017, 18:30
C3 – Centrum für Internationale Entwicklung, Alois Wagner Saal, Sensengasse 3, 1090 Wien

Veranstaltungsbericht (pdf)

Der Film Entre Memorias (Martha-Cecilia Dietrich | Peru, Großbritannien 2015 | 34 Min. | OmeU) ist in Zusammenarbeit mit Familienangehörigen der Verschwundenen, Rebell_innen der revolutionären Bewegung Tupac Amaru (MRTA) und Mitgliedern der Peruanischen Armee entstanden und versucht einen audio-visuellen Dialog zwischen Erinnerungen zu kreieren, den es in der Praxis nicht gibt.
Zwölf Jahre nach Veröffentlichung des Endberichts der Peruanischen Wahrheitskommission über die Gräueltaten des bewaffneten Konflikts (1980-2000) sind die Erinnerungen an diese Zeit umstrittener denn je. Die Filmemacherin untersucht in Entre Memorias das komplexe Erbe von 20 Jahren Krieg und Gewalt in Peru anhand drei ineinander verflochtenen Geschichten. Eudosia sucht seit 30 Jahren nach den Überresten ihres Ehemannes den sie in einem Massengrab inmitten der Anden Ayacuchos vermutet. Lucero sitzt nun seit 25 Jahren in Haft angeklagt für Terrorismus gegen den peruanischen Staat und die Kommandos der Antiterroreinheit Chavin de Huantar feiern seit 2009 ihren heroischen Triumph gegen den Terrorismus.

Im Anschluss an den Film diskutieren wir mit Lateinamerika-Expertinnen über Erinnerungskulturen aus genderspezifischer Perspektive.

Es diskutieren: 
Martha-Cecilia Dietrich: Regisseurin des Films, Studium der Visuellen Anthropologie in Wien und Manchester; seit 2015 wissenschaftliche Mitarbeiterin und Postdoktorandin am Institut für Sozialanthropologie der Universität Bern.
Gloria Huamán Rodríguez: Studium der Rechtwissenschaften in Ayacucho und in Wien; managte als Rechtsbeauftragte der ‘Defensoría del Pueblo’ in Ayacucho u.a. ein Projekt für weibliche Opfer politischer Gewalt; in Wien arbeitete sie u.a. als Juristin beim Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus und als Anwaltschaftsreferentin in der Dreikönigsaktion.
Rebeca Sevilla: Menschenrechtsaktivistin, in den 1980er Jahren Mitbegründerin der lesbisch-feministischen Bewegung in Peru und 1988-92 Vorsitzende der Homosexuellenbewegung in Lima; seit 2003 Koordinatorin des Human & Trade Unit Rights Unit bei Education International in Brüssel.
Moderation: Luisa Dietrich, Politikwissenschaftlerin, Forschungs- und Beratungstätigkeit zu den Themen Frauen – Frieden – Sicherheit.

Freier Eintritt!

Im Anschluss an die Veranstaltung laden wir zu Erfrischungen.
Der Veranstaltungsort ist über Rampe und Lift erreichbar.

Anmeldung

Eine Veranstaltung der Frauen*solidarität in Kooperation mit der Österreichisch-Peruanischen Gesellschaft