Decent Work for all! Frauen und Globalisierung

70% aller Frauen weltweit sind von Armut betroffen. Sie leben von einem Dollar pro Tag. Weltweit können Frauen trotz einer Erwerbstätigkeit ihr Leben und ihre Zukunft nicht sichern und sind trotz einer Vielzahl an Arbeitsstunden arm. Diese Working- Poor Tendenz zeigt sich überwiegend bei Frauen ebenso wie eine zunehmende Informalisierung und Prekarisierung ihres Arbeitsalltags.
Decent Work for All!
Decent Work wurde als Konzept und Agenda 1999 von der ILO eingeführt und gefordert. Sie definiert so genannte menschenwürdige Arbeit als produktive Arbeit von Frauen und Männern unter Bedingungen, bei denen Freiheit, Gerechtigkeit, Sicherheit und die menschliche Würde gewahrt sind. Sie beinhaltet demnach Beschäftigungsmöglichkeiten, die ein existenzsicherndes Einkommen umfassen, Sicherheit am Arbeitsplatz und eine soziale Absicherung der Beschäftigten und ihrer Familien, bessere Aussichten auf eine persönliche Weiterentwicklung bieten und die soziale Integration fördern, den Menschen die Möglichkeit geben ihre Anliegen vorzubringen, sich gewerkschaftlich zu organisieren und an den für ihr Leben relevanten Beschlüssen mitzuwirken und die allen Chancengleichheit und Gleichbehandlung garantieren.:

Decent Work: Basiert laut Internationaler Arbeitsorganisation (ILO) auf folgenden vier Prinzipien

- Internationale Arbeitsstandards und grundlegende Prinzipien und Arbeitsrechte respektieren und gesetzlich absichern
ILO-Kernarbeitsnormen
Vereinigungsfreiheit und Schutz des Vereinigungsrechtes (1948)
Vereinigungsrecht und Recht zu Kollektivverhandlungen (1949)
Zwangsarbeit (1930)
Abschaffung der Zwangsarbeit (1957)
Gleichheit des Entgelts (1951)
Diskriminierung (Beschäftigung und Beruf) (1958)
Mindestalter (1973)
Verbot und unverzügliche Maßnahmen zur Beseitigung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit (1999)

- Soziale Sicherung und sozialen Schutz auf- und ausbauen
- Sozialer Dialog und der Dialog zwischen ArbeitgeberInnen und Gewerkschaften fördern
- Zugang zu Arbeit und zu einem sicheren Einkommen

Kritik aus feministischer Perspektive:
- Das Decent Work-Konzept enthält keine marktkontrollierenden Mechanismen
- Staaten werden in die Pflicht genommen - nicht Unternehmen, die schnell wieder abziehen können
- Implementierung ist wichtig und nicht einzig die Legislative: transnationale Unternehmen arbeiten außerhalb der Reichweite von Regierungen
- Die Kernarbeitsnormen und internationalen Arbeitsrechte setzen fomale / stabile Arbeitsverhältnisse voraus, diese werden zunehmend abgebaut
- Teilnahme von Frauen an Verhandlungen ist nicht gesichert
- CSR - freiwillige soziale Verantwortung von Unternehmen - bezieht sich überwiegend auf die Kernarbeitsnormen; dabei werden wesentliche Rechte wie Mutterschutz, Kranken- und Pensionsversicherung und existenzsichernde Mindestlöhne ausgespart

Informelle Wirtschaft

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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