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© Joachim Gern

Shida Bazyar liest aus Nachts ist es leise in Teheran“
Buchpräsentation und Gespräch
Moderation: Sibylle Hamann

Mi, 7. Juni 2017, 19.00 Uhr
Hauptbücherei, Urban Loritz-Platz 2a, 1070 Wien

Veranstaltungsbericht

Vier Familienmitglieder, vier Jahrzehnte, vier unvergessliche Stimmen. Shida Bazyar erzählt in ihrem Roman die Geschichte einer iranisch-deutschen Familie, die ihren Anfang 1979 in Teheran nimmt und den Bogen bis in die deutsche Gegenwart spannt.
1979 kämpft Behsad, ein junger kommunistischer Revolutionär, nach der Vertreibung des Schahs für eine neue Ordnung. Er erzählt von geheimen Aktionen, funkenschlagender Hoffnung und davon, wie er in Nahid die Liebe seines Lebens findet. Zehn Jahre später nimmt Nahid die Leser_innen mit in die deutsche Provinz, wohin sie und Beshad – gemeinsam mit ihren beiden Kindern Laleh und Morad – nach der Machtübernahme der Mullahs geflohen sind. Stunde um Stunde verbringen sie vor dem Radio und hoffen auf Neuigkeiten von den Freund_innen, die untertauchen mussten. Sie wollen zurückkehren und suchen zugleich eine Heimat in der Fremde. 1999 reist Laleh gemeinsam mit ihrer Mutter nach Teheran. Zwischen „Kafishaps", Schönheitsritualen und geflüsterten Familiengeheimnissen lernt Laleh ein Teheran kennen, das sich kaum mit den Erinnerungen aus der Kindheit deckt. Wieder zurück in Deutschland beobachtet ihr Bruder Mo ein Jahrzehnt später belustigt die Demos der deutschen Student_innen. Doch dann bricht die Grüne Revolution in Teheran aus und stellt seine Welt auf den Kopf.
Shida Bazyar gelingt ein dichtes, vielschichtiges und mitreißendes Familienmosaik. Ihre eigenen Eltern flohen einst vor der Islamischen Revolution aus dem Iran. Mit ihrem Roman „Nachts ist es leise in Teheran" setzt sie nicht nur dieser Generation ein Denkmal, sondern greift darin auch die hochaktuellen Themen Flucht und Integration auf.

Shida Bazyar, geboren 1988 in Hermeskeil, studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim. Sie lebt derzeit in Berlin und arbeitet halbtags als Bildungsreferentin für junge Menschen, die ein Freiwilliges Ökologisches Jahr in Brandenburg machen, die verbleibende Zeit verbringt sie als Schriftstellerin. „Nachts ist es leise in Teheran", 2016 bei Kiepenheuer & Witsch erschienen, ist ihr Romandebüt. Sie erhielt dafür im November 2016 den Ulla-Hahn-Autorenpreis.

Sibylle Hamann, Journalistin, ist u.a. Kolumnistin bei der „Presse" und regelmäßige Autorin beim „Falter".

Anmeldung

Im Anschluss an die Veranstaltung laden wir zu Erfrischungen.

Eine Veranstaltung der Frauen*solidarität in Kooperation mit den Büchereien Wien und mit Unterstützung der Gesellschaft unabhängiger Iranischer Frauen in Österreich – GIF