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Anlässlich der Gründung
des Internationalen Gewerkschaftsbundes ITUC
Wien, 3.11.2006 "Die internationale Vernetzung über Gewerkschaften ist gerade für Frauen im informellen Sektor überlebensnotwendig," begründet die Inderin Namrata Bali ihre Teilnahme am Gründungskongress des internationalen Gewerkschaftsverbandes ITUC in Wien. Namrata Bali ist Vorstandsmitglied von SEWA, der indischen Self Employed Women's Association. Diese ist eine der größten Gewerkschaften Indiens mit über 700.000 weiblichen Mitgliedern. Ob als Straßenhändlerinnen, Heimarbeiterinnen, Näherinnen, Zigarettenrollerinnen, Müll- oder Kautschuksammlerinnen: "96% aller erwerbsarbeitenden Frauen in Indien sind in der informellen Wirtschaft tätig und arbeiten für minimale Löhne, lange Arbeitszeiten und ohne jegliche soziale Absicherung", berichtet Namrata Bali. Auf Einladung der Frauensolidarität, die seit 1982 zum Thema Arbeitsrechte von Frauen in Afrika, Asien und Lateinamerika tätig ist, berichtete sie in einem Workshop über die Arbeit von SEWA bei der Organisierung von Frauen in der so genannten Informellen Wirtschaft in Indien. Ihren Sitz hat SEWA in Ahmedabad (Gujarat). "SEWA ist eine der ältesten Organisationen dieser Art," erinnert Bali an die Gründung von SEWA vor fast 35 Jahren: 1972 schuf Ela Bhatt die Organisation mit zwei Zielen: Um den Arbeiterinnen Sichtbarkeit in der politischen Vertretung des Landes sowie Zugang zu Arbeitsrechten zu verschaffen. Die mittlerweile 700.000 Mitglieder sind in zehn indischen Bundesstaaten in rund 90 Kooperativen organisiert. Diese Kooperativen sowie Produzentinnen- und Spargruppen "verleihen den Frauen Verhandlungsstärke, Kaufkraft und Zugang zu Krediten," berichtet Namrata Bali mit sichtbarem Stolz auf die von den Frauen geleistete Arbeit. In der 1991 gegründeten SEWA-Akademie werden Ausbildungsprogramme für Alphabetisierung, Marketing, Buchhaltung, Kommunikationstraining ebenso wie Ausbildung zu Führungskräften angeboten. "Arbeitsrechte für Frauen in der Informellen Wirtschaft dürfen für den neu gegründeten Internationalen Gewerkschaftsbund kein Nebengeleise sein," fordert Ulrike Lunacek, Obfrau des Vereins Frauensolidarität und Nationalratsabgeordnete der Grünen, anlässlich des Besuches von Namrata Bali: "Gesicherte Beschäftigungsverhältnisse, Fortbildung, Gesundheitsvorsorge, Kinderbetreuung, existenzsichernde Löhne, Krankheits- und Unfallschutz müssen auch für informell beschäftigte Frauen zu einer Selbstverständlichkeit werden". Auch Namrata Bali von SEWA hofft mit der Neugründung des Internationalen Gewerkschaftsbunds und der internationalen Vernetzung von SEWA darauf, dass die Arbeitsrechte von Frauen international ins Zentrum des Interesses der ArbeitnehmerInnen-Vertretung rücken. Rückfragen: Katja Schröckenstein |
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