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Verhaltenskodizes für Multinationale Unternehmen Round Table Gabi Grundig vom Welthaus Graz, Elisabeth Schinzel von der CCK, Alexander Hofmann von der Industriellen Vereinigung, Elisabeth Beer von der Arbeiterkammer und Petra Bayer, Nationalratsabgeordnete der SPÖ diskutierten am runden Tisch über die Wirksamkeit der Verhaltenskodizes und die Machenschaften der Konzerne. Eingeleitet wurde der Abend durch eine Kurzdokumentation von Brigitte Podgorschek über die Idienreise. Dieser visuelle Einstieg vergegenwärtigte auch gleich schon die Problematik: auf der einen Seite stehen die Unternehmen, die mit den "Verhaltenskodizes" werben und nach Außen hin, als jene die sich um die Rechte der ArbeitnehmerInnen kümmern auftreten und nichts von den Verletzungen der Arbeitsrechte wissen. Auf der anderen Seite beleuchten die ArbeitnehmerInnen Ihren Alltag aus einen anderen Perspektive. Unbezahlte Überstunden, keinen Anspruch auf eine Krankenversicherung, Entlassungen bei Schwangerschaft zählen zu den harmlosesten Verletzungen ihrer Arbeitsrechte. 90% der InderInnen arbeiten im informellen Sektor und ohne Arbeitsverträge und soziale Absicherungen sind sie der Willkür der Auftraggeber ausgeliefert, verdienen selten den gesetzlichen Mindestlohn und haben keinerlei rechtlichen Anspruch, wenn sie um ihre Rechte betrogen werden Gabi Grundnig, Reisteilnehmerin, sah ein zentrales Problem darin, dass die Verhaltenskodizes nicht mit den Arbeitnehmerinnen gemeinsam entwickelt werden und diese die Kodizes von ihren Arbeitsgebern als Verhaltensnormen präsentiert bekommen. Als eine langsamen Prozess bezeichnete Elisabeth Schinzel, die Erfolgsperspektive der Verhaltenskodizes, jedoch seien sie ein wichtiges Mittel und eine Chance für den Norden sich für Arbeitsrechte im Süden stark zu machen. Alexander Hofmann fokussierte seinen Blick auf den CSR Austria Prozess und definierte diesen als eine nationales Initiative, die eine Orientierung für Unternehmen sein soll, die gesellschaftliche Verantwortung implementieren wollen. CSR sei für die österreichische Wirtschaft vor Ort geschaffen und dieses explizit nationale Verständnis sei für den Export nicht geeignet. Kritisch hinterfragte Elisabeth Beer die Wirksamkeit der OECD-Leitsätze, die trotz ihrer schönen Sprache aus GewerschafterInnen und ArbeitnehmerInnensicht nichts gebracht haben und vielmehr ein Kampagneninstrument für NGOs sind. Abschließend unterstrich Petra Bayr die Doppelrolle von Verhaltenskodizes, da sie Mechanismen des Neoliberalismus verschleiern und die staatliche Verantwortung zurückdrängen. Vielmehr sollten Gesetze, die es gibt umgesetzt werden und Codes können Bewusstsein schaffen, sind aber nicht zur Weltverbesserung geschaffen. |
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